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22.06.2000

15:48 Uhr

Übernahmekampf

Philip Morris und Cadbury-Danone bieten für Nabisco

dpa NEW YORK. Im Übernahmekampf um den US-Nahrungsmittelkonzern Nabisco haben der amerikanische Zigaretten- und Nahrungsmittelgigant Philip Morris sowie ein Joint-Venture der französischen Danone und der britischen Cadbury Schweppes Angebote abgegeben.

Die Offerten könnten mit fast 55 $ je Nabisco-Aktie insgesamt ein Volumen von bis zu 14,57 Mrd. $ (30,2 Mrd. DM) erreichen. Dies berichtete die amerikanische Wirtschaftszeitung " Wall Street Journal".

Nabisco ist mit Marken wie Oreo und Ritz einer der führenden amerikanischen Plätzchen- und Knabbergebäckanbieter und verfügt auch über zahlreiche andere Lebensmittelmarken. Philip Morris, deren Kraft-Sparte einer der weltgrößten Nahrungsmittelkonzerne ist, hat nach Angaben der Zeitung weniger als 55 $ geboten. Die beiden europäischen Lebensmittelfirmen hätten eine Offerte von rund 50 $ je Aktie vorbereitet. Einige Analysten hatten mit einem Preis von mehr als 60 $ je Nabisco-Aktie oder mit einem Gesamtpreis von 15,9 Mrd. $ gerechnet.

Andere Firmen könnten nun in den kommenden Tagen noch höhere Offerten abgeben, und die beiden Bieter könnten dann noch einmal nachlegen, schreibt das Blatt. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé, die US-Lebensmittelfirma H.J. Heinz und andere Firmen hätten Nabisco informiert, dass sie einzelne Vermögenswerte kaufen wollten. Sollte Nabisco Offerten für Einzelsparten erhalten, könne das Unternehmen versuchen, die Bieter als Teams zusammenzubringen.

Nestlé sei an dem Life Saver-Süßwarenbereich von Nabisco interessiert. Heinz - bekannt durch den Ketchup - interessiere sich für die Würzsparte von Nabisco, wozu Poupon-Senf und A-1-Saucen gehören.

Unabhängig davon wird die Holdinggesellschaft Nabisco Group Holdings Corp., die 80,6 % der Aktien der Nahrungsmittelfirma Nabisco hält, verkauft. Der amerikanische Finanzier Carl Icahn hat nach Angaben der Zeitung ein Angebot gemacht, das sich insgesamt auf 8,3 Mrd. $ beläuft. Der Preis gelte für die 90,4- prozentige Beteiligung an der Holdinggesellschaft, die Icahn noch nicht kontrolliere. Das US R.J. Reynolds Tobacco Holdings-Zigarettenunternehmen sei der Hauptrivale von Icahn. Reynolds war 1999 von der Nabisco Group ausgegliedert worden. Reynolds habe eine Offerte gemacht, die den Verkauf der Lebensmittelgesellschaft voraussetze.

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