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06.01.2003

07:28 Uhr

Überraschungsergebnis

Litauen: Ex-Ministerpräsident zum Präsidenten gewählt

In Litauen hat der ehemalige Ministerpräsident Rolandas Paksas überraschend die Präsidentenwahlen gewonnen. Auf den 46-jährigen Vorsitzenden der Liberaldemokratischen Partei entfielen 54,9 % der Stimmen, wie die Wahlkommission in Vilnius am Montagmorgen mitteilte.

HB/dpa VILNIUS. Alle vorherigen Umfragen hatten in der Stichwahl deutlich den bisherigen Amtsinhaber Valdas Adamkus favorisiert, der 45,1 % der Stimmen erhielt.

"Ich habe die Probleme unseres Landes verstanden", erklärte Paksas in der Wahlnacht seinen Erfolg. Der studierte Ingenieur und gelernte Kunstpilot hatte in Litauen in den Jahren 1999 und 2000 zwei Mal für einige Monate das Amt des Regierungschefs inne. Zuvor war er als Bürgermeister der Hauptstadt Vilnius bekannt geworden. Nach Parteiwechseln gründete Paksas im vergangenen Jahr die Liberaldemokratische Partei. Paksas sicherte zu, außenpolitisch den Kurs der Westintegration Litauens fortzusetzen. Der baltische Staat soll 2004 der EU und Nato beitreten.

Wahlverlierer Adamkus rief, sichtlich enttäuscht, die Bürger auf, "trotzdem weiter an dem Wohlergehen unseres Landes mitzuarbeiten". Indirekt machte der parteilose 76-Jährige den aggressiven Wahlkampf für seine Niederlage verantwortlich.

Die gut 2,6 Mill. Wahlberechtigten in Litauen waren zu einer Stichwahl um das Präsidentenamt aufgerufen. Beim ersten Wahlgang am 22. Dezember hatten Adamkus mit 35 % und Paksas mit 20 % die notwendige absolute Mehrheit verfehlt. Bei eisigen Temperaturen lag die Wahlbeteiligung an diesem Sonntag bei 52,5 %.

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