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28.07.2000

12:09 Uhr

Überschuss von mehr als einer Million Mark

Leica schafft Sprung in die Gewinnzone

Nach mehreren Verlustjahren hat der Kamera-Hersteller Leica 1999/2000 den Turnaround geschafft.

Reuters FRANKFURT. Der traditionsreiche Kamerahersteller Leica aus Solms hat nach den Verlusten in den vergangenen Jahren 1999/2000 wieder Gewinne erzielt und nach eigenen Angaben den schwersten Teil des Konzernumbaus hinter sich gebracht. "Die harte Phase der Restrukturierung ist abgeschlossen", sagte Vorstandschef Hanns-Peter Cohn am Freitag in Frankfurt. "Der Kampf um befriedigende Gewinne und eine langfristige Sicherung des Unternehmenserfolges ist bereits in vollem Gange", fügte er hinzu. In dem Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die Leica Camera Gruppe einen Überschuss von einer Million Mark im Vergleich zu Verlusten von 13,2 Mill. DM beziehungsweise 17,3 Mill. DM in den beiden vorhergegangenen Jahren.

Der Umsatz der Leica-Gruppe stieg 1999/2000 den weiteren Angaben zufolge um knapp vier Prozent auf 275,7 Mill. DM. Cohns Worten zufolge will der Hersteller von Fotoapparaten und anderen optischen Geräten seine Produktivität in den kommenden Jahren kontinuierlich steigern. Mittelfristig sehe er ein Potenzial von Verbesserungen in Höhe von 25 %. Dafür sei ein Maßnahmenbündel "ausgehend vom Innovationsprozess bis hin zu Fertigung und Logistik" geplant. Leitbild sei eine "moderne Manufaktur", in der ein optimal abgestimmtes Umfeld zu einem effizienten Einsatz der Arbeitskräfte führt. Zur Optimierung der Arbeitsabläufe sei bereits das Projekt "iMoS" ("intelligente Montage Solms") gestartet worden, dessen Umsetzung noch bis 2002 andauern werde, sagte Cohn weiter.

Ziel des laufenden Geschäftsjahres sei es, eine Nettoumsatzrendite von zwei bis drei Prozent und einen Umsatzzuwachs von fünf Prozent zu erreichen. Die in den beiden vergangenen Jahren aufgelaufenen Verluste von rund 30 Mill. DM sollen im laufenden und in den kommenden zwei Jahren wieder hereingeholt werden und damit die Eigenkapitalquote auf 35 % erhöhen. In den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres sei der Umsatz bereits um mehr als 20 % auf 70 Mill. DM gestiegen. Auf der Ergebnisseite werde im ersten Quartal mit einem Verlust gerechnet, der jedoch deutlich unter dem Vorjahresminus von 3,2 Mill. DM liegen werde.

Mit Blick auf den erzielten Turnaround 1999/2000 sagte Cohn, der Leica Camera Gruppe sei der Trend zu "emotionalen Produkten der sogenannten Old Economy" zu Gute gekommen. Besonders in den USA erfreuten sich Produktklassiker von Traditionsunternehmen bei jungen Leuten neuer Beliebtheit. Dies habe sich im starken Absatz des Klassikers Leica M nieder geschlagen. Dementsprechend sollen als neue Zielgruppen vor allem jüngere Menschen ins Auge gefasst werden.

Cohn stellte auch klar, daß eine Berufung des ehemaligen Volkswagen-Managers Ignacio Lopez in den Aufsichtsrat der Leica Camera AG nicht in Frage komme.

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