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04.02.2002

09:27 Uhr

Ulrich Schumacher in Seoul

Hynix-Chipsparte: Infineon überbietet Micron

Infineon bemüht sich um die Chipsparte der südkoreanischen Hynix Semiconductor. Infineon-Chef Schumacher hielt sich am Wochenende zu Gesprächen in Seoul auf.

Reuters SEOUL. Der US-Halbleiterhersteller Micron hat im Rennen um den Kauf der Speicherchip-Sparte von Hynix Semiconductor trotz Medienberichten über ein besseres Angebot von Infineon immer noch die Nase vorn. "Wir räumen den Gesprächen mit Micron Priorität ein, da sie zuerst begonnen haben", sagte eine Sprecherin des südkoreanischen Hynix-Konzerns am Montag. Die "London Financial Times" berichtete unter Berufung auf den Manager einer Hynix-Gläubigerbank, Micron habe sein Angebot auf 3,8 Milliarden von 3,1 Milliarden Dollar erhöht. Zuletzt waren die Gespräche von Hynix mit Micron wegen Preisdifferenzen ins Stocken geraten.

In der Zeitung "Maeil Business Newspaper" hieß es unter Bezug auf Hynix-Kreise, Infineon habe den Südkoreanern einen deutlich höheren Preis für die Speicherchip-Sparte geboten. Infineon sei in den Verhandlungen sehr aktiv gewesen und habe mehr Geld geboten als Micron Technology. Infineon sei offen für jede Art der Zusammenarbeit, ein Aktientausch oder eine Zusammenarbeit bei Entwicklung, Produktion und Marketing eingeschlossen. Eine Hynix-Sprecherin bestätigte den Bericht nicht. Es gebe keine Ergebnisse der Gespräche, sagte sie. Infineon war zu einer Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte sich am Wochenende nach Medienberichten in Seoul aufgehalten und dort mit dem hoch verschuldeten Hynix-Konzern Kooperationsmöglichkeiten diskutiert. Die Zeitung "Korea Economy Daily" berichtete, ein Infineon-Team wolle am Mittwoch erneut nach Seoul reisen, um die Verhandlungen zu beschleunigen.

Die seit einigen Wochen dauernden Gespräche von Hynix mit Micron hatten sich zuletzt wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen verzögert. Die Hynix-Gläubiger fordern rund fünf Milliarden Dollar für die Speicher-Chip-Sparte. Die Aktien von Hynix verloren am Montag über sechs Prozent und damit deutlich stärker als der Markttrend.

Bei einem Zusammenschluss von Micron mit Hynix würden die beiden Unternehmen Samsung als weltgrößten Speicherchip-Produzenten ablösen. Die Sorge vor dem Verlust von Marktanteilen habe den weltweit viertgrößten Speicherchip-Hersteller Infineon dazu gebracht, ebenfalls in dem Übernahmepoker mitzuspielen, sagten Analysten. Experten halten eine Konsolidierung der Branche wegen der anhaltenden Überkapazität auf dem Speicherchip-Weltmarkt für dringend notwendig. Die Chips werden vor allem in PCs zur Datenspeicherung eingesetzt.

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