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24.01.2001

09:18 Uhr

Umfrage unter technischen Analysten

Dax hängt am Widerstand von 6800 Punkten fest

Der Widerstand bei 6 800 Punkten im Dax ist nun in den Blickpunkt der von vwd befragten technischen Analysten gerückt. Ob und wann der Dax diesen Widerstand überwindet, ist umstritten. Auf der Tagesordnung steht ein erfolgreicher Angriff jedenfalls nicht, so die übereinstimmende Meinung in der Umfrage.

vwd FRANKFURT. Über den kurzfristigen Horizont hinaus gehen die Meinungen auseinander. Stephen Schneider, WGZ-Bank, verweist auf die überkauften Strukturen und sieht deshalb wenig Chancen für einen nachhaltigen Kuranstieg. Holger Struck, M.M.Warburg, rät zu einer pragmatischen Holding-Strategie. Und Klaus Deppermann, BHF-Bank, ist optimistisch und meint, der Markt sehe "so gut aus wie selten".

Zwar meint auch Deppermann, der Dax werde sich in den kommenden zwei bis drei Tagen nach oben schwer tun, sieht darin aber eine Kaufgelegenheit. Der Dax werde in den kommenden zwei bis fünf Monaten deutlich steigen und auch im Juni lediglich eine Verschnaufpause einlegen, so der technische Analyst, der ein gutes Aktienjahr erwartet. Er bezieht seinen Optimismus zum einen aus der Zyklenanalyse. Der US-Markt falle alle vier Jahre auf ein markantes Tief und habe dieses hinter sich. Daneben stimmt ihn die Advance-Decline-Linie positiv.

Erstmals seit mehreren Jahren gebe es mehr steigende als fallende Aktien, so Deppermann. Das gelte sowohl für den weltweiten Aktienmarkt als auch für alle wichtigen Einzelmärkte. Ein ganz seltenes Phänomen sei, dass die AD-Linie in den USA bereits Anfang Dezember gedreht habe und damit fast vier Wochen vor dem Markt. Ein solches Signal sei ein starkes Zeichen, dass normalerweise nur bei Top-Bildungen vorkomme. Die marktbreite Baisse seit 1998 gehe damit zu Ende.

Deppermann warnt davor, auf klassische Bodenbildungs-Formationen zu warten. Der NEMAX am Neuen Markt habe eine der schlimmste Abwärtsbewegungen der Geschichte hinter sich. Sie sei noch dynamischer verlaufen als die 1929-er Baisse, vergleichbar nur mit dem Crash russischer Aktien 1997/98. So wie im März eine klassische Top-Bildung oben fehlte, werde es nun vermutlich zu keiner klassischen Bodenbildung kommen. Deppermann rät auch deshalb zum Kauf von TMT-Werten guter Qualität: "Das sind die Favoriten für das erste Halbjahr", sagte er.

Stephen Schneider, WGZ-Bank, meint, zwar gebe gewisse Indizien für ein baldiges Ende der Baisse, die Bodenbildung könnte also begonnnen haben. Kurzfristig sei der Markt aber wohl oben angestoßen. Der Dax liege noch voll im Abwärtstrendkanal, dessen obere Linie bei etwa 7 000 und dessen untere Linie bei gut 6 000 Punkten liege. Er hält einen Rückgang auf 5 700 Punkte für wahrscheinlich: "Das sollte dann noch einmal Anleger aus dem Markt treiben und die Grundlage für die Bodenbildung legen", so der technische Analyst der WGZ-Bank.

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