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03.04.2003

09:47 Uhr

Umsätze in Nordamerika rückläufig

Boss will Rendite verbessern

Das Modeunternehmen Hugo Boss rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem konstanten Umsatz und mehr Gewinn. Der Jahresüberschuss solle im zweistelligen Prozentbereich wachsen, sagte Vorstandschef Bruno Sälzer am Donnerstag zur Bilanzvorlage in Metzingen.

Reuters METZINGEN. Der schwäbische Herrenmode-Konzern Hugo Boss stellt sich auf anhaltend schlechte Stimmung unter den Verbrauchern in Deutschland ein, will bei stagnierenden Umsätzen aber dieses Jahr seine Rendite aufbessern.

Der Umsatz werde unter der Voraussetzung gleich bleibender Wechselkurse 2003 auf Vorjahreshöhe liegen, sagte Vorstandschef Bruno Sälzer am Donnerstag in Metzingen. "Wir gehen noch einmal von einem rückläufigen Weltmarkt um etwa drei Prozent aus." Das Ergebnis solle sich mit Hilfe einer steigenden Rohertragsmarge trotz des widrigen Umfelds um mehr als zehn Prozent verbessern, bekräftigte Sälzer frühere Angaben. Auf den beiden größten Einzelmärkten Deutschland und Amerika sieht Boss in diesem Jahr einen anhaltenden Abwärtstrend im Umsatz. Die tief in den roten Zahlen steckende Damenmode-Sparte "Boss Woman" soll im zweiten Halbjahr die Gewinnwende schaffen, in der Summe 2003 aber noch Verluste ausweisen. Das defizitäre USA-Geschäft soll in diesem Jahr zumindest eine schwarze Null ausweisen.

Auf eine Erholung des Geschäfts in Deutschland, wo Boss ein Viertel seines Umsatzes erzielt, will Sälzer nicht hoffen. "Auch für 2003 erwarten wir keine positiven Impulse aus dem deutschen Markt", hieß es im Geschäftsbericht. 2002 ging der Umsatz hier um sieben Prozent zurück. In Deutschland fehle es an Optimismus, sagte Sälzer. Zuwächse sollen dafür aus Asien und aus dem Lizenzgeschäft mit Accessoires kommen.

Vorbestellungen für Herbst/Winter gemischt

Weltweit hätten die Vororders für die Herbst/Winter-Saison 2003/04 bei Boss Man um fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen, bei Boss Woman sei dagegen ein Plus von acht Prozent festzustellen gewesen, hieß es.

Im abgelaufenen Jahr war der Jahresüberschuss des im MDax gelisteten Herrenausstatters um 31 Prozent auf 74,7 (Vorjahr, bereinigt: 107,7) Millionen Euro eingebrochen, damit aber noch höher ausgefallen als befürchtet. Die für die Branche wichtige Rohertragsmarge fiel auf 51,7 (52,7) Prozent. Der Konzernumsatz blieb bei 1,09 Milliarden Euro stabil. Die Aktionäre des vom italienischen Strickwarenkonzern Marzotto beherrschten Unternehmens sollen trotz des Gewinnrückgangs eine unveränderte Dividende von 0,76 Euro auf die Vorzugs- und 0,75 Euro auf die Stammaktien erhalten. Mit zweistelligen Gewinn-Wachstumsraten will Sälzer den Konzern nach früheren Angaben bis 2005 wieder auf einen dreistelligen Millionen-Gewinn nach Steuern trimmen.

Die Herrenmode-Sparte "Boss Man" litt im vergangenen Jahr unter der Konjunkturflaute. Von dem fast konstanten Umsatz von 938 Millionen Euro entfielen nur noch 59 (2001: 71) Prozent auf Business-Kleidung, der Rest auf Freizeitmode. Die stilistische und produktionstechnische Neuausrichtung von Boss Woman laufe nach Plan, sagte der Boss-Chef. 2002 hatte der von Mailand nach Metzingen verlagerte Bereich 18,1 (minus 24,2) Millionen Euro Verlust erwirtschaftet. Die auf junge Mode spezialisierte Marke "Hugo" glich die Umsatzeinbußen von Boss Woman mit einem Plus von 16 Prozent auf 98 Millionen Euro aus.

Die Boss-Stammaktien legten am Vormittag 1,3 Prozent auf 12,35 Euro zu.

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