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29.01.2002

14:28 Uhr

Umsatz der Branche ging um fünf Prozent zurück

Verbraucher sparen auch bei Kinderkleidung

Die Bundesbürger sparen inzwischen auch bei den Ausgaben für die Bekleidung von Kindern. Der Umsatz des Einzelhandels mit Kinderbekleidung ging im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück, wie Heijo Gassenmeier vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels am Dienstag in Köln sagte.

ap KÖLN. Drei Tage vor Beginn der Internationalen Messe Kind und Jugend in der Domstadt bezifferte der Experte die durchschnittlichen Ausgaben der Bundesbürger pro Kind im vergangenen Jahr auf 240 Euro. Damit gebe es im europäischen Vergleich noch Wachstumspotenziale für Kindermode, erklärte der Verbandsexperte.

Die Engländer geben für ihren Nachwuchs im Schnitt 492 Euro im Jahr für Bekleidung aus, die Franzosen 411 und die Italiener 360 Euro. Als Ursache für die geringeren Ausgaben in Deutschland zitierte Gassenmeier die Unternehmensberatung Roland Berger, die den Grund darin sieht, "dass hierzulande Kinder kein Statussymbol wie Autos, Häuser oder teure Hobbys sind". Nach Angaben von Handel und Industrie müssen Familien vorerst nicht mit einer Verteuerung von Baby- und Kinderkleidung rechnen.

Der Umsatz mit Baby-Ausstattung ging nach Angaben der Branche vor allem wegen des anhaltenden Geburtenrückgangs um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Während im traditionellen Facheinzelhandel kaum Zuwächse verzeichnet wurden, konnten im vergangenen Jahr gerade branchenfremde Anbieter wie Drogeriemärkte, Kaffeeröster und Lebensmittel-Discounter neue Marktanteile erobern, erklärte der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels.

Kindermode setzt auf Romantik und Abenteuer

Worüber sich die Branche ganz besonders freut: Etwa 75 Prozent der jungen Konsumenten im Alter von zehn bis 13 Jahren dürfen nach Darstellung von Marktforschern ihr Taschengeld selbständig für den Kleidungskauf ausgeben. Auf der Messe "Kind und Jugend" präsentieren 207 Hersteller aus 24 Ländern insgesamt 450 Kollektionen für den kommenden Herbst und Winter. 41 Prozent der Anbieter kommen aus dem Ausland, erklärten die Veranstalter.

Nach den Worten von Elke Giese vom Deutschen Mode-Institut Frankfurt trennt die Kindermode inzwischen kaum mehr etwas von den aktuellen Trends junger Erwachsener. In der Mode für die jungen und jüngsten Konsumenten ist laut Giese "Romantik und Abenteuer" angesagt. "Weg vom Glitter, hin zu Bodenständigem" sei der Trend für die kommende kalte Jahreszeit bei der Kindermode. Als Inspiration für die neue Saison dient nach Angaben der Expertin die Kleidung amerikanischer Siedler am Ende des 19. Jahrhunderts ebenso wie die Hippie-Folklore der 60er Jahre.

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