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27.01.2003

08:35 Uhr

Umsatz des Sportrechtehandels seit zwei Jahren rückläufig

RTL-Group hält Probleme bei Sportfive für gelöst

Die RTL Group hält die Probleme bei Europas größtem Sportrechtehändler Sportfive für weitgehend gelöst. "Die Integration der verschiedenen Geschäftsbereiche unter Sportfive-Chef Jean-Claude Darmon war zweifellos kompliziert wie alle Fusionen, aber mit der neuen Führung für das deutsche Geschäft sind wir zuversichtlich, dass die großen internen Probleme gelöst sind", sagte Konzernsprecher Roy Addison.

hps DÜSSELDORF. Seit der Fusion von Ufa Sports (Bertelsmann), Sport plus (Vivendi Universal) und dem französischen Sportvermarktungsunternehmen Darmon zu Sportfive Ende 2001 kämpft der börsennotierte Rechtevermarkter mit sinkenden Preisen und Reibungsverlusten zwischen der Pariser Zentrale und dem Hamburger Büro. Das Geschäft mit Sportrechten gehörte jedoch noch nie zu den profitabelsten Bereichen, berichtet die RTL-Group. "Das erwirtschaftete Ebita sank aus verschiedenen Gründen seit dem Jahr 2000. Doch keiner dieser Gründe ist mit der Fusion verbunden", sagte der Sprecher. Damit begegnet die RTL-Group interner Kritik an dem Zusammenschluss. "Die Gründe für die Fusion waren und bleiben richtig", heißt es in Luxemburg. Der Preisverfall und die Notwendigkeit, dem entgegenzuwirken, hätten damals schon auf der Agenda gestanden. Zudem sei die vom damaligen Vivendi-Boss Jean-Marie Messier und dem damaligen Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff initiierte Fusion nicht nur vom Chef der RTL-Group Didier Bellens unterstützt worden. Vielmehr hätten die Führungsgremien von RTL Group und Bertelsmann die Integration der Ufa Sports in das neue Unternehmen Sportfive ohne Gegenstimme angenommen. Die Sportrechtegruppe mit 350 Mitarbeitern erwirtschaftete bei einem Jahresumsatz von mehr als 570 Mill. Euro (2000) ein Ebita von 40 Mill. Euro.

"Die Ufa Sports hat sich mit der Fusion unter der eigens geschaffenen Sportfive keinen Gefallen getan", sagte ein Sportrechtemanager am Wochenende. Der Verlust der starken Marke Ufa Sports und der Führung hätten zu einem Effizienzverlust geführt. Zuletzt hatte Sportfive-Vize Bernd Hoffmann nach Konflikten mit Vorstandschef und Gesellschafter Darmon, der das Vertrauen von RTL-Chef Bellens genießt, die Firma verlassen. Als neues Führungsduo fungieren seit kurzem Thomas Röttgermann, 42, und Robert Müller von Vultejus, 33. Die RTL Group trat Branchengerüchten entgegen, dass bisher schon 50 Mill. Euro in die Fusion geflossen seien. "Die RTL Group investierte 24 Mill. Euro für den Kauf von Sportfive - Aktien von Canal Plus", sagte ein Konzernsprecher. Dagegen habe Canal Plus mehr als 200 Mill. Euro investiert.

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