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26.06.2000

12:49 Uhr

dpa SEOUL. Hyundai Motor ist der mit Abstand erfolgreichste asiatische Autokonzern außerhalb Japans. Das Unternehmen hält in Südkorea, dem zweitgrößten Automarkt in Fernost, 70 % des Pkw- Marktes und sogar 90 % des Marktes für Nutzfahrzeuge. Darin enthalten sind die Verkäufe der 1998 erworbenen KIA-Gruppe samt ihrer Lkw-Sparte Asia Motors und des Geländewagen-Spezialisten SsanYong.

Außerhalb seiner Heimat fertigt Hyundai in China, Indien und der Türkei und ist in Nordamerika erfolgreich. 1999 stieg der Absatz um 63 % auf 1,27 Mill. Fahrzeuge. Zusammen mit KIA und der Geländewagen-Tochter SsanYong verkaufte Hyundai 2,1 Mill. Autos und rangierte damit weltweit auf Platz zehn. Der Absatz kletterte in den USA um 80 % auf 371 000 und in Europa um die Hälfte auf 400  00. Im laufenden Jahr will der Konzern in Europa und Nordamerika um jeweils 30 % expandieren. Die Gruppe hat 81 000 Mitarbeiter.

Der Hyundai-Umsatz erreichte im vergangenen Jahr 14,2 Billionen Won (26,4 Mrd. DM). Dazu kommen umgerechnet 14,5 Mrd. DM für KIA und 2,6 Mrd. DM für SsanYong.

Als schweres Erbe ihrer aggressiven Expansionsstrategie und der Asienkrise der 90er Jahre trägt die Hyundai Motor Co. eine große Schuldenlast. Das Unternehmen konnte aber nach der Asienkrise schnell wieder Tritt fassen. 1999 wurde das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital von 4,6 zu eins auf 1,3 zu eins verbessert. Zugleich erzielte das Kernunternehmen einen Rekordgewinn von 414 Mrd. Won (etwa 751 Mill. DM); im Konzern lag der Ertrag doppelt so hoch. 1998 hatte Hyundai wegen der Sanierung von KIA noch einen Verlust von 33 Mrd. Won verbucht.

Seit Jahresbeginn ist der Kurs der Hyundai-Aktie allerdings um fast 50 % eingebrochen. Verunsichert sind die Anleger vor allem über die künftige Stellung des Konzerns im sich rasch wandelnden Weltmarkt. In seiner Heimat konnte Hyundai seine Position wegen der Krise des Hauptkonkurrenten Daewoo Motor zwar ausbauen, doch dürfte eine Öffnung des bisher abgeschotteten Marktes anstehen.

Hyundai Motor wurde 1967 gegründet und gehört zum größten koreanischen Mischkonzern Hyundai, dessen Produktpalette von Autos über Elektrogeräte bis zu Finanzdiensten reicht. Im Zuge einer Umstrukturierung will die Hyundai-Gruppe das Autogeschäft ausgliedern. An der Spitze von Hyundai Motor steht Chung Mong Koo, der 62-jährige Sohn des Konzerngründers Chung Ju Yung.

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