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03.03.2003

08:49 Uhr

Umsatz schrumpfte um 1,6 Prozent

Milliardenverlust bei E-Plus-Muttergesellschaft

Der niederländische Mutterkonzern des Mobilfunkanbieters E-Plus, KPN, hat 2002 wegen massiver Wertberichtigungen mit 9,54 Mrd. ? den höchsten Netto-Verlust seiner Firmengeschichte verbucht. Das operative Ergebnis stieg dagegen unerwartet stark.

Reuters AMSTERDAM. In diesem Jahr werde der Gewinn vor Zinsen, Steuern, und Abschreibungen (Ebitda) um mindestens 5 % steigen, teilte KPN am Montag in Amsterdam bei der Vorlage des Jahresergebnisses mit. 2002 kletterte das Ebitda um 22 % auf 4,38 Mrd. ?. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 20 % gerechnet, jedoch den Netto-Verlust nahezu exakt vorhergesagt. An der Börse in Amsterdam wurden die KPN-Zahlen gegen den Trend mit einem Kursaufschlag von knapp 2,0 % auf 6,27 ? honoriert.

Den Vorsteuergewinn will der noch zu rund 31 % im Staatsbesitz befindliche Telekom-Konzern 2003 auf mehr als eine Milliarde Euro steigern nach rund 300 Mill. ? im abgelaufenen Jahr. Der Netto-Schuldenstand soll im Jahresverlauf auf 10,5 Mrd. ? von 12,4 Mrd. ? Ende 2002 sinken. Vor der Wiederaufnahme einer Dividendenzahlung müsse neben dem Schuldenabbau zudem wieder ein nachhaltiger Netto-Gewinn erzielt werden, teilte das Unternehmen mit. Auf Grund von Firmenverkäufen zur Schuldentilgung sank der Konzernumsatz leicht um 1,6 % auf 12,17 Mrd. ?.

"KPN geht weiter auf dem Weg der Erholung", erklärte Vorstandschef Ad Scheepbouwer. Die Finanzrisiken seien drastisch reduziert worden. "Im Jahr 2003 wollen wir weitere Fortschritte bei der Wiederherstellung der Rentabilität erzielen", fügte er hinzu. Das Unternehmen war 2001 im Zuge seiner hohen Schuldenlast fast zusammengebrochen.

Analysten werteten die jüngsten Unternehmensdaten positiv. "Die Zahlen erscheinen solide", sagte Rene Verhoef von der Fortis Bank. Der Ausblick sei zwar zurückhaltend. Jedoch habe KPN im Lauf des vergangenen Jahres die Vorhersagen vier Mal erhöht. Für die seit März 2002 vollständig zu KPN gehörende deutsche Tochter E-Plus nannte das Konzern zunächst keine Geschäftszahlen. E-Plus ist der drittgrößte Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland und erwirtschaftete zuletzt einen deutlich positiven operativen Ergebnisbeitrag.

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