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07.06.2000

17:58 Uhr

Reuters LEIMEN. Kleinaktionäre der Heidelberger Zement AG haben zur Stärkung des Aktienkurses einen höheren Streubesitz gefordert. Durch den zu niedrigen "Freefloat" sei Heidelzement für institutionelle Anleger uninteressant, bemängelte Rudolf Heinz von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Leimen.

Der zum Jahresende aus der Führungsspitze ausscheidende Firmenchef Rolf Hülstrunk verteidigte hingegen die derzeitige Beteiligungsstruktur. Im Jahr 2000 will Heidelzement verhaltener wachsen als in dem durch massive Zukäufe geprägten Vorjahr.



Banken sollen ihre Anteile abgeben

Heinz forderte, den Streubesitz von derzeit etwa 40 % der im MDax der 70 wichtigsten Nebenwerte gelisteten Firma durch Kapitalerhöhungen zu verbreitern. Zudem sollten die an Heidelzement beteiligte Banken ihre Anteile abgeben. Hülstrunk entgegnete jedoch, er sehe derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass die Institute ihre Anteile verkaufen wollten. Die Dresdner Bank hält rund 18 % der Anteile des Konzerns, die Deutsche Bank ist mit neun Prozent beteiligt.

Er sehe die Ursachen für den stagnierenden Kurs der Aktien vor allem in dem schlechten Image der Baubranche und dem mangelnden Interesse an traditionellen Firmen, sagte Hülstrunk. Über ein ebenfalls von Aktionärsvertretern verlangtes Aktienoptionsprogramm für Spitzenkräfte werde derzeit nachgedacht.



Ausrichtung auf das Kerngeschäft

Im Jahr 2000 solle der Umsatz von zuletzt 6,4 Mrd. Euro trotz des Verkaufs kleiner Sparten um fünf bis acht Prozent gesteigert werden, kündigte Hülstrunk an. Der Konzern hatte vor kurzem den Bereich Dämmstoffe veräußert und will noch in diesem Jahr seine Logistik- und Speditionsaktivitäten sowie die zur schwedischen Tochter Optiroc gehörende Tonziegelsparte abstoßen. Heidelzement werde dann auf ihr Kerngeschäft ausgerichtet sein, so dass weitere Verkäufe nicht mehr nötig sein, sagte Hülstrunk.

Der Betriebs-Cashflow solle in diesem Jahr um rund 15 % wachsen. Bis 2001 solle die Netto-Eigenkapitalrendite von derzeit elf auf 13 % erhöht werden.

Der bisher stellvertretende Vorstandschef von Heidelzement, der 55-Jährige Hans Bauer, werde wie geplant den Chefsessel zum Jahreswechsel übernehmen, sagte Hülstrunk. Die Aktionäre des Konzerns erhalten für 1999 eine Dividende von 1,05 Euro je Stammaktie und 1,16 Euro je Vorzugsaktie.

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