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08.01.2001

08:15 Uhr

Umsatz um 27 % gestiegen

SAP-Ergebnis im vierten Quartal übertraf Erwartungen

Der Softwarehersteller SAP hat im abgelaufenen Quartal nach eigenen Angaben ein über den Planungen liegendes Ergebnis erwirtschaftet und die Finanzmärkte damit positiv überrascht. Der operative Gewinn sei ohne die Kosten für das Mitarbeiter-Bonusprogramm "STAR" nach vorläufigen Zahlen um mehr als 40 Prozent auf gut 600 Millionen Euro gestiegen, teilte SAP am Montag in Walldorf mit.

Reuters WALLDORF. Die SAP-Aktie stieg darufhin nach der jüngsten Talfahrt um rund 15 Prozent. Nach der Gewinnwarnung des Softwarehauses Intershop in der Vorwoche hatte Analysten schwächere Zahlen auch bei anderen Unternehmen der Branche nicht ausgeschlossen.

"Das sehr gute Ergebnis im vierten Quartal 2000, insbesondere vor dem Hintergrund des extrem starken vierten Quartals 1999, liegt über den ursprünglichen Erwartungen der SAP", teilte der Konzern mit. Zur Geschäftsentwicklung für den Zeitraum hieß es, der Umsatz sei den vorläufigen Zahlen zufolge um etwa 27 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gestiegen. Die Erlöse mit Softwarelizenzen seien dabei um etwa 25 Prozent auf gut eine Milliarde Euro geklettert. Weitere Kennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres will das Walldorfer Softwarehaus nach eigenen Angaben am 23. Januar veröffentlichen.

SAP hatte im Oktober mitgeteilt, trotz der hohen Vergleichszahlen aus dem Vorjahreszeitraum würden für das vierte Quartal weitere Zuwächse erwartet. Allerdings sollte das Umsatzplus nach den damaligen Angaben nicht so stark wie im vierten Quartal 1999 ausfallen. Damals hatte SAP einen Umsatzzuwachs von 30 Prozent ausgewiesen.



So reagiert die SAP-Aktie auf die Umsatzzahlen

Nach der Talfahrt der vergangenen Monate befand sich der Aktienkurs von SAP am Montag auf einem Höhenflug. Bis zum Mittag stiegen die Papiere um 15,90 Prozent auf 146,50 Euro. Nach einem unter den Erwartungen der Märkte liegenden dritten Quartal hatte sich der Aktienkurs seit der September-Marke von über 300 Euro stetig im Abwärtstrend befunden.

Die Gewinn- und Umsatzwarnung von Intershop hatte die Aktien des Walldorfer Konzerns sowie andere Softwaretitel in der vergangenen Woche weiter unter Druck gesetzt. Am 3. Januar war der Kurs der SAP-Aktie auf 120 Euro und damit den tiefsten Stand seit 16 Monaten gesunken.

Nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen stufte die Investmentbank ABN Amro die Aktien des Softwarekonzerns von bisher "Add" auf "Buy" herauf. Das Ergebnis habe weit über den eigenen Schätzungen gelegen, begründete die Bank den Schritt. Auch die Bank MM Warburg stufte die SAP-Titel herauf.

"Die Zahlen sind sicherlich besser als erwartet", sagte auch Cornelis Bos von der BHF-Bank. Beim Umsatz habe SAP ein ungewöhnlich starkes Wachstum verzeichnen können. Theo Kitz vom Bankhaus Merck Finck sagte, SAP könne im Gesamtjahr 2000 einen Jahresüberschuss etwa auf Vorjahreshöhe von rund 600 Millionen Euro erzielen. Die wichtigste Frage sei nun, wie sich die Marge der Internetsoftware mySAP.com im vierten Quartal entwickelt habe. Hier habe SAP eine Steigerung im Vergleich zum dritten Quartal in Aussicht gestellt. Alla Geralova vom Bankhaus Sal Oppenheim sagte, die Ergebnisse sähen sehr gut aus. Die Zahlen zeigten, dass die nach der Intershop- Warnung aufgekommenen Gerüchte unbegründet gewesen seien.

An den Finanzmärkten waren in der vergangenen Woche Spekulationen aufgekommen, die gesamte Branche und damit auch SAP könnten schwache Quartalszahlen ausweisen. Auslöser dieser Spekulationen war die Gewinn- und Umsatzwarnung des Softwarehauses Intershop. Insbesondere auf dem US-Markt hatte Intershop eigenen Angaben zufolge durch verschobene Aufträge Einbußen verzeichnet. Durch das sich verlangsamende Wachstum der US-Wirtschaft hatten Branchenbeobachter einen schwächeres Softwaregeschäft auf dem dortigen Markt befürchtet.

Mit den im Oktober präsentierten Zahlen des dritten Quartals 2000 hatte SAP die Finanzmärkte nach damaligen Angaben von Händlern noch enttäuscht. Damals hatte das Unternehmen eine nahezu Verdoppelung des Jahresüberschusses auf 88 (Vorjahreszeitraum: 45) Millionen Euro und eine Umsatzsteigerung um 27 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro bekannt gegeben.

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