Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.05.2003

11:00 Uhr

Umsatz und Gewinn gesteigert

Continental legt kräftig zu

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental kann sich in diesem Jahr erneut von der schwachen Autokonjunktur absetzen. Wesentlicher Grund ist das starke Wachstum der Zuliefersparte bei elektronischen Bremsen und Stabilitätsprogrammen.

Reuters HANNOVER. Im ersten Quartal steigerte Conti nach eigenen Angaben bei einem leichtem Umsatzplus den Gewinn deutlich und übertraf so die Erwartungen der Analysten. Zugleich kündigte der viertgrößte Reifenkonzern der Welt am Montag für das Gesamtjahr neben dem bereits vor einem Monat avisierten Umsatzplus nun auch ein operatives Ergebnis über dem Rekordwert des Vorjahres an.

Der Quartalsbilanz zufolge erhöhte Conti seinen Umsatz leicht um 3,2 % auf 2,822 Mrd. ?. Dabei legten alle Sparten des Konzerns zu, auch die auf den ersten Blick rückläufige Nutzfahrzeugreifen-Sparte, wenn man deren Zahlen um Veränderungen im Zuschnitt bereinige, teilte Conti mit.

Der Ertrag und damit das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) erhöhte sich wesentlich stärker als der Umsatz um mehr als 24 % auf 183 Mill. ?. Der Reingewinn kletterte in den ersten drei Monaten um 28,5 % auf 87 Mill. ?. Die von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 2,8 Mrd. ? und einem Ebita von lediglich 172 Mill. ? gerechnet.

Für das Gesamtjahr rechnet der Conti-Vorstand zwar mit einem Rückgang der Autoproduktion in Nordamerika und Europa. Doch sieht Conti sein Geschäft in wichtigen Feldern nur wenig beeinflusst. Neben dem schon angekündigten Umsatzplus rechnet der Vorstand für 2003 auch mit einer Verbesserung des Ebita, das im Vorjahr den Rekordwert von 694 Mill. ? erreichte. Anfang April hatte Konzernchef Manfred Wennemer zwar bereits ein gutes erstes Quartal in Aussicht gestellt, sich angesichts der weltweiten Unsicherheiten durch den Irak-Krieg noch mit einem Ausblick zurückgehalten.

"Der Krieg ist jetzt vorbei. Die Konjunktur-Unsicherheiten aber bleiben. Dennoch sind wir jetzt zuversichtlich", sagte Conti-Sprecher Andreas Meurer. "Denn die Sparte Automotive Systems ist nicht so sehr abhängig von den Produktionszahlen bei Automobilen, sondern vom kontinuierlich steigenden Ausrüstungsgrad mit elektronischen Produkten." Das bedeute, dass auch bei rückläufiger Gesamtproduktion immer mehr Autos mit Elektronischen Stabilitätsprogrammen (ESP) und Antiblockiersystemen (ABS) ausgerüstet werden, zu deren führenden Herstellern die Conti Tochter Teves zähle.

Automotive Systems war schon im gesamten Vorjahr umsatz- und gewinnträchtigste Conti-Sparte. Im ersten Quartal hielt dieser Trend an. Die Zuliefersparte erhöhte von Januar bis März bei einem Umsatz von 1,2 Mrd. ? (plus 7,5 %) ihr Ebita mehr als 60 % auf 82 Mill. ?. Aber auch die anderen Sparten steigerten - wenn auch deutlich geringer als Automotive Systems - ihre Erträge. Conti Wennemer-Chef hatte bereits Anfang April betont, das mit seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren eingeführte strenge Kostenmanagement werde beibehalten. Nach einem Verlustjahr 2001 hatte Conti im vorigen Jahr nach Schließung von fünf Reifenwerken seine Ertragslage wieder in den Griff bekommen.

Die Branchenexperten der Investmentbanken sahen mit der Quartalsbilanz ihre seit dem vorigen Jahr wieder deutlich positiveren Einschätzungen bei Conti bestätigt. "Die heutigen Zahlen bestätigten mehr oder weniger die gute Meinung vieler Investoren", sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler, der die im MDax der mittleren Werte notierte Conti-Aktie zum Kauf empfiehlt. Patrick Juchemich von Sal Oppenheim hebt die Entwicklung der Automotive-Sparte hervor. "Das Ergebnis von Automotive Systems ist sehr vielversprechend", sagte Juchemich, der Conti als "outperform" einstuft.

Die Conti-Aktie legte nach Bekanntgabe der Quartalsbilanz bis Montagnachmittag um 2,4 % auf 16,55 ? zu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×