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09.02.2001

11:46 Uhr

Umstrukturierung soll Milliarden bringen

Jahrhundertreform der Bundeswehr

Die einschneidenste Reform seit Bestehen der Bundeswehr hat begonnen. Bis 2006 sollen die deutschen Streitkräfte komplett neu organisiert werden. Davon verspricht sich Verteidigungsminister Rudolf Scharping Einsparungen in Milliardenhöhe.

ddp BERLIN. In der Bundeswehr hat Anfang dieses Jahres die einschneidendste Reform seit ihrem Bestehen begonnen. Bis zum Jahr 2006 sollen die deutschen Streitkräfte komplett neu organisiert, moderner, kleiner und flexibler werden. Ziel der im Juni vergangenen Jahres vom Bundeskabinett beschlossenen Umstrukturierung ist eine leistungsfähigere und international stärker eingebundene Bundeswehr. Zudem verspricht sich Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) Einsparungen in Milliardenhöhe. Die frei werdenden Gelder sollen vor allem in die Ausrüstung und Ausbildung investiert werden.

Als ersten großen Schritt im Zuge dieser Jahrhundertreform verkündete Scharping Ende Januar seine mit Spannung erwartete Streichliste. Danach sollen in den nächsten Jahren 59 Bundeswehr-Standorte - darunter 39 große - geschlossen und 40 Verbände verkleinert werden. Der seit Jahresbeginn auch für Frauen mögliche freiwillige Dienst an der Waffe gehört ebenso zu dem neuen Konzept. Es sieht zudem eine Verkürzung des Wehrdienstes ab 2002 von derzeit zehn auf neun Monate, eine Kooperation mit der Wirtschaft sowie die Privatisierung von Dienstleistungsbereichen vor, die nicht zum militärischen Kernbereich gehören. Auch die Unteroffizierslaufbahn soll neu geordnet sowie der Beförderungsstau bei 8 000 Berufs- und Zeitsoldaten bis zum nächsten Jahr aufgelöst werden.

Im Zuge dieser Veränderungen ist eine Verkleinerung der Truppe von 310 000 auf 282 000 Soldaten sowie eine Verringerung der Zahl der Zivilbeschäftigten um ein Drittel auf 80 000 bis 90 000 geplant.

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