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12.01.2001

18:36 Uhr

Reuters HAMBURG. Die Bertelsmann AG erwägt eigenen Angaben zufolge, im Zuge des Umtauschangebots für die Genussscheine des Unternehmens mögliche Restbestände zurückzukaufen. "Wenn der Preis vernünftig ist, würden wir im Ernstfall diese Maßnahme ergreifen", sagte Finanzvorstand Siegfried Luther am Freitag in einer Telefonkonferenz. Er gehe aber davon aus, dass der überwiegende Teil der alten Genussscheine in Papiere mit veränderten Bedingungen umgetauscht werde. Das Umtauschangebot läuft vom kommenden Montag bis zum 9. Februar. Entscheidendes Merkmal des neuen "Genussscheins 2001" ist Bertelsmann zufolge eine neue Ausschüttungsregelung.

Demnach sollen künftig immer 15 % des Grundbetrages der Genussscheine (zehn Euro) ausgeschüttet werden. Bislang sei dies nur bei Erreichen einer Gesamtkapitalrendite von mindestens zwölf Prozent geschehen. Grundvoraussetzung für die Ausschüttung bleibe, dass ein ausreichend hoher Jahresüberschuss des Konzerns und der AG zur Verfügung stehe.

Keine Prognosen über Auswirkungen des AOL-Austritts

Genaue Auswirkungen des Bertelsmann-Ausstiegs bei AOL Europe und AOL Australia auf die Ausschüttungen der kommenden Jahre können den weiteren Angaben Luthers zufolge noch nicht vorhergesagt werden. Möglich sei aber, dass sich dadurch die Ausschüttung als einmaliger Effekt 2002 oder 2003 auf 30 % des Grundbetrages der Genussscheine verdoppele, sagte der Finanzvorstand und bekräftigte damit frühere Angaben des Konzerns.

Die EU-Kommission hatte den Ausstieg von Bertelsmann bei dem weltgrößten Internet-Dienstleister zur Bedingung für die Genehmigung der Fusion von America Online (AOL) mit dem Bertelsmann-Konkurrenten Time Warner gemacht. Mit der Zustimmung der US-Regulierungsbehörde für Medien FCC hatte die Anfang vergangenen Jahres angekündigte Fusion am Donnerstag ihre letzte Hürde genommen.

Bertelsmann hatte die Genussscheine 1980 zunächst an Mitarbeiter ausgegeben, die so am Erfolg des nicht börsennotierten Unternehmens beteiligt werden sollten. Seit 1986 werden die Papiere auch an der Börse gehandelt. 40 % des Genusskapitals werden derzeit von Mitarbeitern gehalten.



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