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14.01.2002

19:00 Uhr

Umtauschfrist beginnt am 19. Januar

Depfa-Holding gilt als interessanter Kandidat

VonRobert Landgraf und Philipp Otto

Die Staatsfinanzierungsbank Depfa Holding plc. gilt in Finanzkreisen als interessantes Übernahmeobjekt.

FRANKFURT/M. Die Depfa Holding plc. geht aus der Teilung der Depfa Deutsche Pfandbriefbank AG hervor. Mit einer Eigenkapitalrentabilität von rund 20 % und einer Aufwand-Ertragsrelation von 20 bis 22 % ist das Institut profitabel. Als möglicher Interessent gilt die französische Dexia, neben den beiden amerikanischen Instituten MBIA und AMBAC der Hauptwettbewerber der Depfa Staatsfinanzierungsbank.

"Bestes Argument gegen eine Übernahme ist ein hoher Aktienpreis", sagt Gerhard Bruckermann, Vorstandschef der Depfa und Chairman der neuen Staatsfinanzierungsbank, dem Handelsblatt. Mit gegenwärtig knapp 65 Euro sei die Depfa aber deutlich unterbewertet. Bei 36 Millionen im Umlauf befindlichen Aktien der Depfa Pfandbriefbank ergibt sich ein Kaufpreis von rund 2 Mrd. Euro. Durch die Aufteilung in zwei neue Gesellschaften mit unterschiedlichen Renditen liegt der Preis für die Staatsfinanzierungsbank aber deutlich niedriger.

Der Vorstandschef erwartet, dass der Kurs in den kommenden Monaten steigen werde. Analysten sehen den fairen Preis für die Papiere der Staatsfinanzierungsbank zwischen 80 und 100 Euro. Bruckermann bestätigte, dass im Vorfeld der Teilung verschiedene Gespräche geführt wurden, um einer Übernahmeofferte vorbereitet gegenüber zu stehen. "Alles andere wäre grob fahrlässig gewesen," so Bruckermann.

Die Depfa-Aktionäre haben in einer außerordentlichen Hauptversammlung am 15. Oktober die Teilung in eine Staatsfinanzierungsbank mit Sitz in Dublin und eine Immobilienbank in Wiesbaden beschlossen. Das Umtauschangebot beginnt am 19. Januar und läuft bis zum 20. Februar. In dem Zeitraum können Aktien der Depfa Pfandbriefbank AG im Verhältnis 1 zu 1 in Papiere der Depfa Holding plc. getauscht werden. Ursprünglich war der Start für den 16. Januar angekündigt. Die leichte Verzögerung begründet die Depfa mit dem seit Anfang Januar geltenden neuen Übernahmegesetz.

Als Gründe für die Aufspaltung nennt Bruckermann die Erschließung weiterer Ertragsquellen neben dem traditionellen Pfandbriefgeschäft sowie eine nachhaltige Verbesserung des Rating. Die Staatsfinanzierungsbank strebe eine Bewertung von "AA" durch die Ratingagenturen an, also die zweitbeste Einstufung, sagte Bruckermann, zuversichtlich, dies zu erreichen.

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