Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2002

22:01 Uhr

Selten waren sich die sechs UMTS-Lizenznehmer in Deutschland so einig: Auf Dauer werden hier zu Lande nur vier oder höchstens fünf UMTS-Netzbetreiber überleben. Das sagt selbst der Chef des Neueinsteigers Quam, der nach Ansicht von Branchenkennern als Erster ein vorzeitiges Ende finden könnte. Dass die Marktführer Vodafone und Deutsche Telekom schon mal Planspiele entwerfen, um sich für diesen Fall die zurückgegebene Lizenz zu sichern, ist verständlich. Schließlich hatten die beiden schon bei der UMTS-Auktion im Sommer 2000 ein größeres Frequenzspektrum angestrebt und deshalb erbittert versucht, Konkurrenten aus dem Rennen zu werfen.

Noch ist völlig offen, ob die Großen ihre Forderung durchsetzen können, eine zurückgegebene Lizenz im kleinen Kreis neu zu versteigern. Setzten sie sich durch, würde das im Prinzip nur die bestehenden Verhältnisse zementieren. Schließlich ist jetzt schon klar, dass die beiden Marktführer die Durststrecke, die den UMTS-Anbietern bevorsteht, am besten überstehen können. Für die kleineren Mobilfunker wird es eng. Inzwischen fragen sich Branchenkenner sogar, ob Viag Interkom und E-Plus, Quam und Mobilcom überhaupt die Mindestvoraussetzung erfüllen können, die mit der Lizenz verbunden ist: Bis Ende 2003 müssen sie 25 Prozent der Bevölkerung mit UMTS-Diensten abdecken. Das klang zunächst nicht nach einer großen Hürde, angesichts der prekären Finanzlage der Unternehmen könnte es jedoch eine werden.

Vielleicht wäre es dann doch eine Überlegung wert, ob der Staat den Unternehmen durch eine Modifikation der Rahmenbedingungen wie beispielsweise veränderte Abschreibungszeiten entgegenkommt. Sonst bleibt am Ende der erhoffte Wettbewerb womöglich aus. Ohnehin ist schon klar, dass UMTS in puncto Schnelligkeit, Vielfalt und flächendeckender Versorgung weit hinter den ursprünglich sehr kühnen Versprechungen zurückbleiben wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×