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10.03.2003

14:06 Uhr

Umzug nach Wien bei Niederlage

Fürst von Liechtenstein stellt Rücktritt in Aussicht

Der Fürst von Liechtenstein, Prinz Hans Adam II., hat im Falle eines Sieges bei der Volksabstimmung am kommenden Wochenende seinen Rücktritt angekündigt. Die Amtsgeschäfte werde sein 34-jähriger Sohn, Erbprinz Alois, übernehmen, sagte Fürst Hans Adam II. der Tageszeitung "St. Galler Tageblatt" am Montag.

HB/dpa VADUZ/GENF. Der 58-jährige Fürst hatte im November 1989 die Regentschaft von seinem verstorbenen Vater übernommen. Hans Adam II. begründete seine Rücktrittsabsichten damit, dass sein Amt viel Zeit, Geld und manchen Ärger koste.

Die rund 16 800 Stimmberechtigten im Fürstentum entscheiden am 16. März über eine Verfassungsinitiative des Fürsten sowie eine Gegeninitiative von Kritikern. Fürst Hans Adam II. hatte bereits früher angekündigt, dass er im Falle einer Abstimmungsniederlage seine Koffer packen und nach Wien ziehen werde. In der österreichischen Hauptstadt residierten die von Liechtensteins bis zum Einmarsch der Truppen Nazi-Deutschlands 1938. Der Verfassungsstreit in dem kleinen Fürstentum schwelt seit 1992.

Am kommenden Wochenende wird über die beiden Initiativen zur Reform der seit 1921 geltenden Verfassung abgestimmt. Dabei geht es unter anderem um das so genannte Veto-Recht des Fürsten gegen verabschiedete Gesetze, das Verfahren zur Ernennung von Richtern sowie die Forderung des Fürsten, die Regierung ohne Angabe von Gründen entlassen zu können. Die Gegeninitiative sieht unter anderem vor, dass der Fürst nicht mehr allein über Notverordnungen entscheiden kann. Diese Verordnungen sollen nach Vorstellung der Initiatoren künftig vom Parlament bestätigt werden.

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