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01.02.2001

12:31 Uhr

dpa GENF. Der russische Außenminister Igor Iwanow sieht in Verhandlungen zur Begrenzung des Wettrüstens im Weltraum weiterhin eine vorrangige Aufgabe der UN-Abrüstungskonferenz. Iwanow wandte sich vor der Konferenz am Donnerstag in Genf erneut auch gegen die US-Pläne für den Aufbau eines nationalen Raketenabwehrsystems. "Als Alternative zu einem nationalen Raketenabwehrsystem schlagen wir ein ganzes Paket von konstruktiven, politischen und diplomatischen Maßnahmen vor", sagte Iwanow. Dazu gehörten unter anderem ein von Russland und den USA gemeinsam getragenes Daten-Austauschcenter über Raketenbasen und eine Initiative globaler Kontrollsysteme gegen die Ausweitung von Raketentechnik.

Basis der internationalen Abrüstungsverhandlungen müsse ein strategisches Gleichgewicht sein, betonte Iwanow. Vor diesem Hintergrund sprach er sich für rasche Verhandlungen mit den USA für das geplante START-III-Abkommen zur weiteren atomaren Abrüstung der Großmächte aus. Dabei solle die Zahl der strategischen Atomwaffen noch weiter als bisher geplant verringert werden, sagte Iwanow. Statt der geplanten Höchstzahl von bis zu 2 500 Sprengköpfen solle die Zahl auf mindestens 1 500 sinken. Zudem sehe Russland die Ausweisung von nuklearwaffenfreien Zonen in verschiedenen Regionen der Welt und eine Rückholung aller außer Landes stationierten Nuklearwaffen vor.

Vor dem Hintergrund der im Kosovo und dem Golfkrieg eingesetzten uranhaltigen Waffen forderte Iwanow ein Ad-Hoc-Komitee innerhalb der Abrüstungskonferenz, um einen Vertrag zum Verbot des Einsatzes von spaltbarem Material in der Waffenproduktion vorzubereiten.

Die UN-Abrüstungskonferenz, an der 66 Staaten beteiligt sind, ist seit dem vor vier Jahren ausgehandelten Atomteststopp-Vertrag blockiert. Die Teilnehmer können sich nicht über ein neues Verhandlungsmandat einigen. Während China und Russland Verhandlungen über die Begrenzung des Wettrüstens im Weltraum verlangen, wollen vor allem die westlichen Länder atomwaffentaugliches Material in das Zentrum der Verhandlungen stellen. Die Entwicklungsländer pochen wiederum auf einen Zeitplan zur Vernichtung aller Atomwaffen.

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