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26.03.2003

17:30 Uhr

UN-Helfer bereit zur Rückkehr

Annan fordert Schutz für Zivilisten

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die im Irak Krieg führenden Staaten aufgefordert, Zivilisten zu verschonen. Er sei "in wachsendem Maße besorgt über zivile Opfer", sagte Annan am Mittwoch vor Journalisten in New York.

HB/dpa NEW YORK. Er verwies auf Berichte über einen Raketenangriff auf einen Marktplatz in Bagdad und forderte die Einhaltung der internationalen Regeln zum Schutz von Zivilisten in Kriegen. Nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira starben bei dem Angriff auf das Viertel El Shaab im Norden Bagdads 15 Menschen.

Annan sagte, er habe in einem Gespräch mit der US- Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice bekräftigte, dass die Krieg führenden Parteien für das Wohlergehen der Bevölkerung im Irak verantwortlich seien. Die Mitarbeiter aller UN-Hilfsorganisationen seien bereit, sobald wie möglich in den Irak zurückzukehren, um die Notlage der Bevölkerung zu lindern, sagte Annan weiter. Voraussetzung dafür sei die Beendigung der Kämpfe.

Vertreter des Kinderhilfswerks UNICEF sowie der Programme für Entwicklung (UNDP), Welternährung (WFP) und des Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) nahmen am selben Tag in New York Beratungen über die Irak-Nothilfe auf. Im Mittelpunkt sollte dabei zunächst die Lage der Einwohner der südirakischen Millionenstadt Basra stehen, die seit Tagen vor allem unter Wassernot leiden. "Der Strom ist ausgefallen und hat die Wasserzufuhr unterbrochen. Damit können sich Seuchen durch unsauberes Wasser entwickeln und unter der Bevölkerung ausbreiten", sagte UNICEF-Direktorin Carol Bellamy.

Der Weltsicherheitsrat setzte Konsultationen über eine Resolution zur humanitären Hilfe für den Irak fort. Russlands UN-Botschafter Sergej Lawrow bekräftige vor Beginn des Treffens, dass Moskau Formulierungen ablehne, die auf eine nachträgliche Autorisierung der amerikanisch-britischen Militäraktionen gegen den Irak hinauslaufen würden.

Auch Frankreich, China und Syrien wollen nicht, dass der Sicherheitsrat in einer Resolution eine Koordinierung der UN-Hilfe mit den Besatzungsmächten USA und Großbritannien beschließt. Die im Interesse der Not leidenden Menschen erforderliche Zusammenarbeit könne auch anlaufen, ohne dass diese Länder in der Resolution erwähnt werden, hieß es in diplomatischen Kreisen.

Etwa 60 % der irakischen Bevölkerung wurden in den letzten Jahren über das Programm "Öl für Nahrung" versorgt. Es diente der Linderung der sozialen Folgen der UN-Sanktionen gegen den Irak.

Am Nachmittag (Ortszeit) stand im Sicherheitsrat eine öffentliche Debatte über den Irak-Krieg an. Sie war von der Gruppe der arabischen und der blockfreien Staaten beantragt worden. Zunächst war unklar, ob sie eine Resolution einbringen würden, mit der die Einstellung der Angriffe und der Rückzug der ausländischen Truppen gefordert wird. Angesichts des Veto-Rechts der USA und Großbritanniens hätte ein solcher Entwurf keine Chance auf Annahme.

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