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26.01.2005

12:25 Uhr

UN legt Zwischenbilanz von "3 by 5" in Davos vor

Globale Aids-Inititative liegt wieder im Zeitplan

Die globale Aidsinititative "3 by 5" liegt nach einer Aufholjagd wieder im selbstgesteckten Zeitplan. Das erklärten die Vereinten Nationen am Mittwoch bei einer Presskonferenz auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

HB DAVOS/GENF. In nur einem Jahr haben die Vereinten Nationen 700 000 Aidskranke in armen Ländern mit Medikamenten versorgt. Nach einer "dramatischen" Aufholjagd liegt die globale Aidsinitiative "3 by 5" damit wieder im Zeitplan. Für ihr Ziel, bis Ende 2005 insgesamt drei Millionen Menschen zu behandeln, sind in diesem Jahr aber weitere 2 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) nötig.

Im Laufe dieses Jahres müssen demnach 2,3 Millionen Patienten mit der Behandlung beginnen, betonten die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Aidsbekämpfungsprogramm UNAIDS in ihrem Zwischenbericht. Dies sei die schwierigste Aufgabe, die das globale Gesundheitssystem je gehabt habe. Dafür müssten Regierungen und andere Spender in diesem Jahr mehr Geld zur Verfügung stellen. Das anspruchsvolle Ziel könne nur erreicht werden, wenn in den am schlimmsten betroffenen Ländern "erhebliche Fortschritte" gemacht würden, betonten die Chefs von UNAIDS und WHO, Peter Piot und Jong Wook Lee.

Den Angaben zufolge sind die zurzeit versorgten 700 000 Patienten erst etwa zwölf Prozent der weltweit insgesamt 5,8 Millionen Bedürftigen. Von den verbleibenden 5,1 Millionen leben 72 Prozent in Afrika südlich der Sahara und 22 Prozent in Asien.

Das "3 by 5"-Programm wurde am 1. Dezember 2003 proklamiert, dem jährlich wiederkehrenden Weltaidstag. Bei der Vorlage des ersten Reportes vor gut sechs Monaten hatten UNAIDS und WHO noch von einem erheblichen Rückstand berichtet: Wegen Geldmangels waren bis Juni 2004 lediglich rund 440 000 statt der angestrebten 500 000 Menschen in Behandlung.

Der medizinische Erfolg sei nach den bislang vorliegenden Ergebnissen in den einbezogenen Entwicklungs- und Schwellenländern mindestens ebenso gut wie in den reichen Industrieländern, wenn nicht besser, heißt es in dem Bericht. Die Medikamente würden in 90 Prozent der Fälle bestimmungsgemäß eingenommen, die Überlebensrate nach einem Jahr läge bei 90, nach zwei Jahren bei 80 Prozent. Nach wie vor seien Kinder benachteiligt, weil es keine auf sie abgestimmten Medikamente gibt.

Um die Ziele von "3 by 5" in den 49 besonders schlimm betroffenen Ländern zu erreichen, sei 2005 mit Kosten von 3,55 Milliarden bis 3,8 Milliarden Dollar (2,7 bis 2,9 Milliarden Euro) zu rechnen. Bislang hätten der Globale Aidsfonds, Regierungen, das PEPFAR-Programm der USA, die Weltbank und andere Spender 1,55 Milliarden Dollar (1,18 Milliarden Euro) fest zugesagt. "Dies lässt eine Lücke von zwei Milliarden Dollar", erklärten die UN. Diese könne jedoch kleiner werden, wenn die Preise für Medikamente gesenkt würden.

"Dass bis heute nur 700 000 Menschen mit den lebensverlängernden Medikamenten behandelt werden, ist ein deutlicher Hilferuf an die Akteure des Weltwirtschaftsforums", sagte Jürgen Hammelehle, Sprecher des deutschen Aktionsbündnisses gegen Aids. Die mangelnde Unterstützung aus dem privaten Sektor sei sehr enttäuschend. "Für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria haben Unternehmen für das laufende Jahr 2005 bislang keine finanziellen Beiträge zugesagt." "Wir erwarten von der pharmazeutischen Industrie, dass sie ihre Preise und ihre Forschung endlich auch an den Bedürfnissen der Menschen in Entwicklungsländern orientiert", ergänzte Rolf Goldstein, Aids-Berater bei Misereor.

Weltweit infizierten sich laut UNAIDS 4,9 Millionen Menschen neu, etwa 100 000 mehr als 2003. Auch die Zahl der Aidstoten erreichte mit 3,1



Millionen ein neues Rekordhoch. Weltweit leben derzeit fast 40 Millionen Menschen mit dem Erreger der unheilbaren Immunschwäche.

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