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07.06.2000

13:47 Uhr

rtr BONN. Die Auftragslage für die deutsche Industrie hat sich im April deutlich verbessert. Die Bestellungen im Verarbeitende Gewerbe hätten im April gegenüber dem Vormonat um 2,5 % zugenommen, teilte das Bundesfinanzministerium am Mittwoch in Bonn mit. Zugleich wurde das März-Ergebnis deutlich auf plus 0,2 % von zunächst errechneten minus 0,9 % nach oben revidiert. Volkswirte äußerten sich überrascht, da sie nur geringere Zuwächse erwartet hatten. Positiv hoben sie hervor, dass jetzt auch die Binnennachfrage deutlich zunimmt.

Das aktuelle April-Plus resultiert nach den Angaben des Ministeriums nämlich vor allem aus einer stärkeren inländischen Nachfrage, die um 4,6 % zunahm. Die Auslandsaufträge sanken dagegen um 0,5 %.

Im weniger schwankungsanfälligen Zwei-Monats-Vergleich (März/April) zeigt sich ein Anstieg der Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahr um 10,3 %, wobei vor allem mehr Order aus dem Ausland (plus 17,6) Prozent herein geholt werden konnten. Die Inlandsbestellungen nahmen um 5,3 % zu. Die westdeutschen Unternehmen verbesserten im Jahresvergleich die Auftragslage um 9,7 % und die ostdeutschen um 21,2 %. Insgesamt verbuchten die Investitionsgüterproduzenten mit 16,7 % bundesweit die höchsten Ordereingänge. Im Zwei-Monatsvergleich März/April gegenüber Januar/Februar stieg der Auftragseingang bundesweit um 4,3 %, wobei aus dem Ausland 6,9 % mehr Order herein kamen und aus dem Inland 2,5 %.

Im Monatsvergleich stieg die Bestelltätigkeit in den alten Bundesländern um 1,6 (März revidiert plus 0,3) Prozent. In den neuen Länder konnten die Unternehmen die Auftragseingänge um 12,7 (plus 0,1) Prozent verbessern.

Volker Nitsch von der Bankgesellschaft Berlin sagte: "Die Zahlen sind deutlich besser als erwartet." Ein besonderes Plus sei, dass der kräftige Zuwachs von den Inlandsbestellungen kommt. Dies zeige, dass die kräftige Nachfrage aus dem Ausland auch die Inlandsaktivitäten beflügle.

Auch Gerd Hassel von der BHF Bank bezeichnete die Zahlen als "eine völlige Überraschung". Dass der deutliche Anstieg vor allem aus dem Inland komme und alle Gütergruppen umfasse, zeige, dass die Konjunktur unter Dampf stehe. Harald Jörg von der Dresdner Bank sagte, in den Zahlen spiegele sich der Trend einer insgesamt guten Entwicklung der Weltwirtschaft - auch in Europa. "Dabei hilft der schwache Euro den Exporten.

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