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03.01.2003

13:28 Uhr

Unfairen Wettbewerb angemahnt

Infineon kritisiert Rettungspaket für Hynix

Der Münchener Chiphersteller Infineon hat das erneute milliardenschwere Rettungspaket für den südkoreanischen Konkurrenten Hynix kritisiert. "Mit der Entscheidung, die jetzt getroffen wurde, droht eine Fortführung des unfairen Wettbewerbs", sagte ein Sprecher des weltweit drittgrößten Anbieters von Speicherchips (DRAMs) am Freitag in München. "Wir bedauern diese Entscheidung." Hynix sei in einer technologisch hoffnungslosen Situation.

Reuters MÜNCHEN. Am Montag hatten die Gläubigerbanken zum wiederholten Mal mit einem Notpaket Hynix vor dem drohenden Untergang bewahrt. Demnach sollen 1,6 Mrd. Dollar an Schulden in Aktien des Unternehmens getauscht werden. Zudem wurde die Frist für die Rückzahlung von Krediten in Höhe von rund 2,4 Mrd. Dollar verlängert.

Der weltweite Speicherchip-Markt leidet unter hohen Überkapazitäten und einem starken Preisverfall. Bei den meisten Produkten liegt der Stückpreis derzeit deutlich unter den Herstellungskosten. Analysten hatten kürzlich gewarnt, dass sich diese Situation im Falle der Weiterexistenz von Hynix noch verschärfen dürfte.

Der Infineon-Sprecher äußerte sich zu möglichen Auswirkungen des Rettungspakets auf die DRAM-Preise in den kommenden Monaten nicht. Zugleich wies er aber auf eine im Sommer 2002 bei der EU-Kommission gegen Hynix eingereichte Beschwerde des Münchener Konzerns hin. Das von der EU daraufhin eingeleitete Anti-Subventionsverfahren wegen des Verdachts auf Wettbewerbsverzerrungen könnte - falls die Kommission der Argumentation von Infineon folgt - zu Einfuhrzöllen für südkoreanische Speicherchips führen. Der Infineon-Sprecher sagte, man müsse nun den Ausgang des Verfahrens abwarten.

Auch der zweitgrößte Anbieter der Branche, Micron Technology, klagt seit den 80er Jahren gegen Konkurrenten aus Japan, Südkorea und Taiwan wegen angeblicher Dumping-Preise bei Speicherchips in den USA. Hynix und der südkoreanische Mitbewerber Samsung haben den Subventions-Vorwurf bislang stets zurückgewiesen.

Die Infineon-Aktie notierte am Freitag in einem leicht positiven Marktumfeld 5,5 % im Plus bei gut 8 Euro.

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