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15.01.2003

18:50 Uhr

Ungünstige politische Signale

Wüstenrot erwartet nur verhaltenes Wachstum

Die Bausparkasse Wüstenrot erwartet angesichts der für das Unternehmen ungünstigen politischen Signale 2003 nur einen verhaltenen Zuwachs im Neugeschäft.

Reuters LUDWIGSBURG. "Wir gehen von einem leichten Wachstum aus und rechnen mit zwei Prozent mehr Neugeschäft", sagte Vorstandschef Klaus Rösch am Dienstag in Ludwigsburg. Der Wüstenrot-Chef kritisierte die von der Bundesregierung geplante Streichung der Eigenheimzulage. "Die Wohnungsbaupolitik ist auf Abwegen", sagte er. 2002 habe die drittgrößte private Bausparkasse in Deutschland die eigenen Erwartungen im Bauspar-Nettoneugeschäft mit einem Plus von fast fünf Prozent auf 8,02 Milliarden Euro übertroffen. Zugleich sei das Betriebsergebnis um acht Prozent auf 105 Millionen Euro gestiegen.

Die Bausparkasse ist der einzige bedeutende Ertragsbringer in dem 1999 fusionierten Konzern Wüstenrot & Württembergische (W&W). Wegen der tiefgreifenden Probleme bei einigen Sachversicherern im Konzern erwartet W&W für 2002 erneut einen Verlust von rund 66 Millionen Euro und streicht 580 Stellen.

"Das vergangene Jahr war ein gutes Bausparjahr", sagte Rösch. Wüstenrot habe seinen Marktanteil bei etwa elf Prozent gehalten und sei damit weiter die Nummer drei in Deutschland hinter Schwäbisch Hall und BHW. Angesichts niedriger Zinsen am Kapitalmarkt habe sich die Nachfrage der Kunden von Bauspardarlehens- zu Zwischenkreditfinanzierungen verschoben. Das Neugeschäft mit Vor- und Zwischenfinanzierungen habe um zwölf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zugelegt. Die rund 3,5 Millionen Wüstenrot-Kunden haben knapp 3,8 Millionen Verträge über 80,58 Milliarden Euro im Bestand.

Die Fusion von Wüstenrot mit der Leonberger Bausparkasse wertete Rösch als Erfolg. Die Marke "Leonberger" soll Ende des Jahres aufgegeben werden. Weitere Übernahmen von Bausparkassen schloss Rösch aus.

Hoffnungen auf die Vermittlung von mehr Bausparverträgen durch die Württembergische Versicherung haben sich bislang nicht ganz erfüllt. Die Versicherungsvertreter trugen im vergangenen Jahr nur 385 Millionen Euro zum Wüstenrot-Neugeschäft bei. Wüstenrot vermittelte im Gegenzug 29 000 Lebensversicherungen, ein Drittel aller neuen Policen der Württembergischen Leben.

Der Wüstenrot-Chef warnte vor der geplanten Streichung der Eigenheimzulage. Damit brächte die rot-grüne Bundesregierung nach dem Mietwohnungs- und Gewerbebau auch den Neubau von selbst genutzten Wohnungen und Häusern zum Erliegen. Die Auswirkung auf Wüstenrot beurteilte Rösch als spürbar, aber nicht dramatisch.

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