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29.01.2001

19:15 Uhr

Du glückliches Bavaria, könntest du nicht Vorbild sein für die neue Berliner Republik? Noch vor Wochen hätte es weißblau selbstbewusst geheißen: Natürlich, wir in Bayern, wir verstehen etwas von Krisen und von deren Bewältigung. Nun aber, nachdem heraus ist, dass der Universitätspräsident Wolfgang Herrmann doch nicht als Verbraucherminister vereidigt werden kann, steht Bavaria vor einem Scherbenhaufen.

Denn von einem Krisenmanagement des Landesherrn Edmund Stoiber kann beim besten Willen nicht mehr die Rede sein. Wie lautet das oberste Gebot jedes Regierungschefs? Sieh dir genau an, wen du berufst. Die Frage, ob ein Steuerverfahren läuft, gehört sozusagen zum kleinen Einmaleins des Vor-Checks. Dass der Kandidat davon erst so spät berichtete, ist noch unglücklicher. Erinnerungen an die Kür von Ex-Borussia-Dortmund-Präsident Rauball zum Justizminister kommen auf. Auch der war schon vor der Vereidigung zurückgetreten. NRW-Regierungschef Clement hatte sich damals selbst als "beschädigt" bezeichnet. Ob Stoiber das jetzt auch tut?

Die LWS-Affäre, das Festhalten an seinen Ministern in der BSE-Krise und der ungewollte Verlust seiner Ressortchefin Stamm haben Stoiber bereits geschadet. Mit dem Fehlurteil über den erhofften Verbraucherminister sät der CSU-Chef Zweifel an seinen Fähigkeiten als Krisenmanager. Genau die erwartet man aber von einem Bundeskanzler - auch jenseits der bayerischen Landesgrenzen.

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