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14.01.2001

14:33 Uhr

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Unionsdebatte um Kanzlerkandidaten voll entbrannt

Nach dem jüngsten Vorstoß aus der CSU ist in der Union entgegen allen Absichtserklärungen die Debatte um den nächsten Kanzlerkandidaten voll entbrannt. Am Wochenende äußerten sich erstmals auch führende Christdemokraten grundsätzlich positiv zu einer Kandidatur des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber.

ap FRANKFURT/MAIN. Zugleich machten in der CDU die Anhänger von Parteichefin Angela Merkel mobil. In einer Umfrage sprach sich eine Mehrheit der Deutschen für den CSU-Chef als Herausforderer von Bundeskanzler Gerhard Schröder aus.

Unterstützung für eine Kandidatur Stoibers signalisierten kurz vor Beginn der CDU-Klausur in Mainz unter anderen der hessische Ministerpräsident Roland Koch und die CDU-Landesvorsitzenden von Schleswig-Holstein und Bremen, Johann Wadephul und Bernd Neumann. Zugleich betonten sie aber einmütig, dass eine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht sei. Koch sagte dem "Spiegel", ein CSU-Kandidat sei angesichts der Größenverhältnisse zwischen den beiden Unionsparteien zwar ungewöhnlich, aber nicht ausgeschlossen.

Wadephul sagte der "Welt am Sonntag": "Natürlich wäre Stoiber im Norden zu vermitteln. Unserem Landesverband käme Stoiber genauso gelegen wie Angela Merkel." Der Kieler Landesvorsitzende verwies darauf, dass Stoibers jüngster Vorstoß zur Familienförderung mit der Programmatik der schleswig-holsteinischen CDU übereinstimme. Auch Neumann zeigte sich überzeugt, dass der CSU-Vorsitzende im Norden den nötigen Rückhalt hätte.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer sagte im selben Blatt, die Art, wie Stoiber politische Themen anpacke, werde "bei uns hoch geschätzt". Die Zustimmung für den Ministerpräsidenten sei in der CDU enorm. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach erklärte, Stoiber sei "zurzeit sogar der Spitzenmann in der Union". Als erfolgreicher Ministerpräsident sei er als Herausforderer von Schröder "selbstverständlich geeignet", sagte die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Für Merkel sprachen sich vor allem der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler und der stellvertretende Vorsitzende der Unionsbundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, aus. Schröder müsse vor der CDU-Vorsitzenden nach seiner festen Überzeugung mehr Angst haben als vor Stoiber, sagte Geißler der "Bild am Sonntag". Ihr offener und unverkrampfter Politikstil komme in der Bevölkerung an. Bosbach betonte, Merkel habe bewiesen, dass sie für höchste Ämter geeignet sei. Auch ostdeutsche CDU-Politiker wie Claudia Nolte und die Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche halten die Parteichefin für eine hervorragende Kandidatin.

Dagegen äußerte Koch Zweifel an der Eignung Merkels. Sie müsse ihre Befähigung noch unter Beweis stellen. "Wir haben die Aufgabe, Menschen zusammenzuführen. Das beginnt in der eigenen Partei", erklärte der hessische CDU-Chef. Wenn jemand daran scheitere, eine Partei oder Fraktion zusammenzuführen, werde niemand glauben, dass er das mit einem ganzen Land besser könne.



41 % für CSU-Chef



Bei einer dimap-Umfrage im Auftrag der "Bild"-Zeitung und des Mitteldeutschen Rundfunks votierten 41 % der 1 100 Befragten für den CSU-Vorsitzenden als Kanzlerkandidaten. CDU-Chefin Angela Merkel kam auf 37 %. Unionsfraktionschef Friedrich Merz hielten nur elf Prozent für geeignet



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