Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.02.2001

09:00 Uhr

Unionsfraktionschef relativiert Aussagen zu Kanzlerkandidatur

Merz macht Rückzieher

Friedrich Merz taktiert. Am Freitag relativierte er seinen Anspruch auf die Kanzlerkandidatur. Der Unionsfraktions-Chef sei ein "normaler, natürlicher Anwärter" auf das Amt.

ddp BERLIN. Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) hat seine Aussagen zur Kanzlerkandidatur relativiert. Er habe gesagt, dass der Unionsfraktions-Chef ein "normaler, natürlicher Anwärter" auf die Kanzlerkandidatur sei, sagte Merz am Freitag im InfoRadio Berlin-Brandenburg. Kritik an dem Vorpreschen von Merz äußerte CSU-Generalsekretär Thomas Goppel. Es sei ein «physikalisches Wunder», dass das Echo vor dem Ruf komme, sagte Goppel. Wie die "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe) berichtet, soll Merz aus Kreisen seiner Fraktion gedrängt worden sein, seine Ansprüche auf eine Kanzlerkandidatur zu bekräftigen.



Merz sagte, er habe jedoch hinzugefügt, dass ihn diese Frage im Augenblick persönlich überhaupt nicht interessiere, weil sie sich nicht stelle. «Die Frage, die uns jetzt gestellt ist, ist die nach den Sachpositionen», betonte er. Der Fraktionschef räumte zugleich ein: "Sorgen mache ich mir in der Tat um die Zukunft der Union." Es sei nicht gelungen, «in ausreichendem Maß» deutlich zu machen, dass die Union es besser könne.



Goppel kritisierte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Berlin Mitte", die Tatsache sei, dass in der Union ausgemacht worden sei, im Jahre 2002 über den "Idealkandidaten" zu reden. Das schließe alle ein, "die in der vorderen Reihe stehen". Es werde deshalb niemand gebraucht, der heute wieder jeden zweiten Tag diese Frage aufwerfe. Das gelte sowohl für die CSU als auch für andere.



Die "Bild"-Zeitung will aus Kreisen der Fraktionsspitze erfahren haben, dass der Grund für den Vorstoß wachsender Unmut über CDU-Parteichefin Angela Merkel gewesen sei. Das Blatt zitiert ein Mitglied des Fraktionsvorstandes mit den Worten: "Er muss nach vorn - wegen der eklatanten Fehler von Merkel."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×