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09.01.2003

14:05 Uhr

Uno-Zwischenbericht zu Irak erwartet

Ölpreis steigt wieder

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihe dreitägige Talfahrt beendet. Händler sagten, der im Tagesverlauf erwartete Zwischenbericht der UNO-Waffeninspektoren zum Irak könnte den USA weitere Rechtfertigung für einen Krieg gegen Irak liefern.

Reuters LONDON. Gebremst werde der Preisanstieg aber durch die Diskussion innerhalb der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), wieviel zusätzliches Öl das Kartell zum Ausgleich der Lieferausfälle wegen des anhaltenden Streiks in Venezuela und eines möglichen Irak-Krieges exportieren sollte.

Im Mittagshandel an der International Petroleum Exchange (IPE) in London stieg der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) der führenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Februar um 27 Cent auf 29,06 Dollar. Leichtes US-Öl verteuerte sich wieder auf knapp 31 Dollar.

Am Markt wird damit gerechnet, dass der Chef der Inspektoren, Hans Blix, vor dem UNO-Sicherheitsrat in New York die Kritik an der Kooperationsbereitschaft Iraks vertiefen wird. Die USA könnten sich durch den Bericht bestärkt fühlen, einen Militärschlag gegen Irak zu führen. An den Märkten wird befürchtet, dass ein zweiter Golf-Krieg die Lieferungen aus der Ölförderregion unterbrechen könnte. Die Vorlage des Zwischenberichts wurde im Laufe des Tages erwartet, der endgültige Bericht soll am 27. Januar vorgelegt werden. "Das Öl ist wegen der UNO-Erklärung teurer", sagte Simon Games-Thomas, unabhängiger Analyst in Sydney.

Der Ölpreisanstieg dürfte nach Einschätzung von Händlern allerdings durch das bevorstehende Sondertreffen der Opec-Mitglieder am kommenden Sonntag gedämpft werden. Das Ölkartell will darüber beraten, wieviel zusätzliches Öl notwendig ist, um die durch den wochenlangen Streik in Venezuela entstandenen Exportausfälle auszugleichen. Am Markt wird eine Anhebung der Förderquoten um 1,0 bis 1,5 Mill. Barrel pro Tag (bpd) erwartet. Wegen des Generalstreiks in dem weltweit fünftgrößten Ölexportland ist die dortige Ölförderung um 80 % eingebrochen. Ein Ende des Ausstands ist bislang nicht in Sicht.

Der Ölminister Katars und Opec-Präsident Abdullah el Attijah sagte, das Kartell diskutiere weiterhin darüber, wieviel zusätzliches Öl erforderlich sei, um die fehlenden Mengen aus Venezuela von 2,5 Mill. bpd auszugleichen. Die nicht der Opec angehörenden Förderländer seien nicht in der Lage, zusätzliche Mengen zu liefern. "Unglücklicherweise haben uns Russland, Mexiko und Norwegen mitgeteilt, dass sie ihre Ölproduktion nicht steigern können," sagte Attijah bei einer Konferenz in Neu Delhi.

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