Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.05.2000

16:12 Uhr

Reuters PARIS. In Paris stehen der Vize- Bürgermeister und 14 andere Mitglieder der gaullistischen Kommunalregierung nach Angaben aus Juristenkreisen unter dem Verdacht des Wahlbetrugs. Die Untersuchungen einiger Richter beträfen den Stellvertreter von Bürgermeister Jean Tiberi, Jacques Dominati, andere gewählte Kommunalpolitiker und Mitglieder der Stadtverwaltung, hieß es am Dienstag. Sie würden verdächtigt, bei den Kommunalwahlen von 1989 in einem Bezirk das Wählerverzeichnis um 859 Personen erweitert zu haben, die nicht dort gewohnt hätten. Der Verdacht dürfte sich auf die Kommunalwahl 2001 auswirken und Präsident Jacques Chirac belasten, der 1989 Bürgermeister von Paris war.

Die Personen, deren Namen für den Wahlbetrug verwendet worden seien, hätten im Gegenzug billigen Wohnraum, einen Arbeitsplatz oder eine Unterkunft in städtischen Pflegeheimen erhalten, verlautete aus den Juristenkreisen weiter. Offizielle Ermittlungen wurden bislang nicht eingeleitet. Chiracs gaullistische Partei RPR hatte die fraglichen Wahlen klar gewonnen.

Die richterlichen Untersuchungen gegen die RPR-Politiker gelten als weitere Hürde für die Partei im Kommunalwahlkampf für die Abstimmung im März 2001. Bislang wurde der Wahlkampf vor allem durch parteiinternen Streit behindert. In der vergangenen Woche hatte die RPR den früheren Präsidenten der Nationalversammlung, Philippe Seguin, als Bürgermeister- Kandidaten nominiert. Der 57-jährige Seguin war 1997 zum Parteivorsitzenden gewählt worden und im vergangenen Jahr auf Betreiben Chiracs von dem Posten zurückgetreten. Bürgermeister Tiberi hatte angekündigt, sich nicht der Entscheidung seiner Partei zu beugen, sondern nochmals selbst zu kandidieren. Der Posten des Bürgermeisters von Paris gilt als Sprungbrett für das Amt des französischen Präsidenten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×