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16.01.2002

18:12 Uhr

Unsichere Stimmung

Dax fällt unter 5 000-Punkte-Marke

Der Dax ist erstmals seit dem 21. Dezember 2001 wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 5 000 Punkten gefallen.

Reuters FRANKFURT. "Die Marke ist psychologisch und optisch nicht unwichtig. Einen großen "Sell-Off' wird es aber nicht geben", sagte ein Düsseldorfer Aktienhändler.

"Die Stimmung am Markt ist unsicher. Die Bären sind wieder aus ihren Höhlen gekommen", sagte Aktienhändler Andreas Schneller von Merck Finck unter Verweis auf die Dominanz der an der Börse als "Bären" bezeichneten Pessimisten.

Der Halbleiter-Branchenführer Intel hatte am Dienstagabend Investitionskürzungen bekannt gegeben und gesagt, keine Anzeichen einer Konjunkturerholung zu sehen. Im MDax brachen Cargolifter um bis zu 70 Prozent ein. Der Luftschiffbauer sieht sich ohne staatliche Hilfe gefährdet.

Der Dax notierte am frühen Abend mit 4 982 Punkten 1,6 Prozent unter seinem Vortageschluss, nachdem er zuvor bis auf 4 974 Zähler abgerutscht war. Der MDax für mittelgroße Werte lag 0,9 Prozent im Minus bei 4 294 Punkten. Der enttäuschende Ausblick von Intel sorgte nach Angaben von US-Händlern auch für Verkäufe an den Börsen in New York. Der Technologieindex Nasdaq verzeichnete im frühen Handel ein Minus von zwei Prozent auf 1 962 Punkte, der Industriewerte-Index Dow Jones gab 1,2 Prozent auf 9 803 Zähler nach.

Die Aktien von Infineon hätten sich dem schwachen Intel-Ausblick nicht entziehen können, sagten Händler. Das Papier gab knapp drei Prozent auf 24,50 Euro nach. Siemens verloren 4,4 Prozent auf 69,69 Euro.

MAN büßten 2,9 Prozent auf 24,15 Euro ein. "Morgen kommen die Zahlen von MAN. Es gibt vielleicht einige Sorgen, nachdem die Aktien letzte Woche wegen Spekulationen um Fusionen und Akquisitionen stark gewonnen hatten", sagte ein Analyst. Seit Montag hat die MAN-Aktie rund neun Prozent nachgegeben.

Auf der Gewinnerseite präsentierten sich hingegen die Anteilsscheine der Lufthansa , die sich um 3,4 Prozent auf 17,30 Euro verteuerten. "Es gab stärkere Käufe für Fluglinien gestern Abend in den USA. Dieser Trend setzt sich heute fort", sagte ein Chef-Aktienhändler. Außerdem profitierten Lufthansa-Titel von den wieder niedrigeren Ölpreisen und den im vergangenen Jahr um elf Prozent gestiegenen Passagierzahlen bei Eurowings. Lufthansa hält 24,9 Prozent an Eurowings.

Cargolifter-Papiere brachen ein

Im MDax brachen die Titel des Luftschiffbauers Cargolifter zeitweise um rund 70 Prozent auf 2,04 Euro ein, nachdem eine Firmensprecherin Äußerungen von Firmenchef Carl von Gablenz in einem Vorab-Bericht einer Zeitung bestätigt hatte, wonach das Unternehmen ohne staatliche Hilfen gefährdet sei. "Ich würde mich bombastisch schnell aus der Aktie verabschieden", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Das Unternehmen sei de facto Pleite. "Ohne staatliche Hilfe kann es nicht überleben. Das sagt doch alles", fügte der Händler hinzu.

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