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01.02.2002

11:48 Uhr

Unsicherheit der Anleger weiter groß.

Deutsche Aktien kaum verändert

Die deutschen Aktienwerte haben am Freitag in einem umsatzschwachen und ruhigen Handel kaum verändert notiert. Händler sprachen davon, dass die Unsicherheit der Anleger hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Marktes anhalte. "Die Frage ist, ob die Rezession schon vorbei ist", sagte ein Frankfurter Händler. Vor diesem Hintergrund warteten Investoren nun mit Spannung auf die Veröffentlichung weiterer Konjunkturdaten aus den USA am Nachmittag.

rtr/dpa/vwd FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am Vormittag kaum verändert bei 5 104 Punkten. Am Neuen Markt gab der Nemax50 um 0,3 % auf 1148 Zähler nach. Der MDax für die mittelschweren Werte verlor 0,4 % auf 4 424 Stellen.

Börsianer zeigten sich angesichts der guten Vorgaben aus den USA enttäuscht über den schwachen Verlauf der deutschen Märkte. Der Dow-Jones-Index hatte um 1,61 % fester bei 9920 Punkten geschlossen. Der technologielastige Nasdaq-Index war um 1,08 % auf 1 934 Punkte gestiegen.

"Die Skepsis der Anleger ist sehr groß", sagte ein Händler mit Blick auf den umsatzschwachen Handel und die nachgebenden Kurse am deutschen Markt. Der Markt verharre weiterhin in der Handelsspanne zwischen 4 900 und 5 300 Punkten. "Da brauchen wir schon einen ziemlich starken Impuls, um da raus zu kommen", fügte er hinzu. Ein anderer Börsianer verwies auf die gegen Nachmittag zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten aus den USA, auf die Investoren mit großem Interesse warteten. Gegen 15.45 Uhr (MEZ) wird die Bekanntgabe des Index für das US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan erwartet, gegen 16 Uhr (MEZ) soll der US-Einkaufsmanager-Index veröffentlicht werden. Außerdem seien im späteren Geschäft Gewinnmitnahmen möglich, da einige Anleger vor dem Wochenende Bestände abbauen könnten, meinten Händler.

In einem ereignisarmen Handelsgeschäft ragten die Aktien des Finanzdienstleisters MLP mit Kursverlusten von zeitweise knapp vier Prozent auf 65,50 Euro hervor. Händler sagten, Gerüchte um angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung lasteten auf dem Papier. "Dieses Gerücht kommt nicht zum ersten Mal auf und außerdem ist es bei MLP mehr als unwahrscheinlich", sagte ein Börsianer, der den Spekulationen keinen Glauben schenkte. Eine Sprecherin des Unternehmens wies die Gerüchte ausdrücklich zurück. Das Papier hatte in den vergangenen vier Tagen rund 14 % verloren.

Die Aktien der Deutschen Post gaben um 0,5 % auf 14,84 Euro nach. Die "Bild"-Zeitung berichtete am Freitag, der Konzern habe möglicherweise Mehrwertsteuer von Kunden kassiert, von der das Unternehmen eigentlich befreit war. "Normalerweise ein klassischer Fall von Steuerhinterziehung", urteilte ein Analyst. Schwächer präsentierten sich auch Metro, die um 0,6 % auf 37,40 Euro fielen. Eine Investmentbank hatte das Kursziel für die Papiere auf 28 Euro von 33 Euro zurückgenommen.

Mit Degussa, Bayer und BASF gehörten im Dax die Chemietitel zu den Schlusslichtern. Die Aktien büßten jeweils rund ein Prozent ein. Der amerikanische Chemieriese Dow Chemicals hatte am Vortag Zahlen präsentiert, die unter den Erwartungen der Analysten lagen und dies habe auf die Stimmung gedrückt, so Händler. Die chemische Industrie stecke "im schlimmsten wirtschaftlichen Umfeld seit Jahrzehnten", hatte der Dow Chef am Vortag erklärt.

SAP zogen 1,2 % auf 163,91 Euro an, was Marktteilnehmer auf zuvor positive Aussagen aus dem Hause Oracle zurückführten. Der US-Konkurrent hatte seinen Geschäftsausblick angehoben und angedeutet, dass eine Erholung bevor stehe. Die übrigen Technologiewerte präsentierten sich uneinheitlich. Siemens notierten 0,2 % fester bei 68,62 Euro, Infineon gaben um 0,3 % auf 24,94 Euro nach. Epcos notierten kaum verändert bei 45,82 Euro.

Schering stiegen um 1,3 % auf 65,74 Euro, nachdem eine Investmentbank die Aktien auf "Outperform" hochgestuft hatte.

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