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29.01.2001

16:19 Uhr

Unsicherheit über Fed-Zinsentscheid

Schwache US-Börsen lass Dax ins Minus kippen

Die deutschen Aktien haben im Vorfeld der für Mittwoch erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed nachgegeben. Der Markt sei sich zwar relativ sicher darin, dass die Zinsen gesenkt würden, sagten Händler. Keine Klarheit bestehe jedoch über das Ausmaß der Absenkung. Gefürchtet werde eine erneute Reduzierung des Leitzinses um 50 Basispunkte, was auf eine ernsthafte Sorge der Fed um die US-Konjunktur hindeute, sagte ein Händler. Unter der Unsicherheit reagierten insbesondere die volatileren Technologiewerte mit Kurseinbußen.

dpa/rtr FRANKFURT. Ein schwacher Auftakt der US-Börsen hat am Montag den Dax wieder in die Verlustzone drehen lassen. Kurz nach Handelseröffnung an der Wall Street notierte der Index der deutschen Standardwerte 0,17 % leichter bei 6 684 Zählern. Gleichzeitig legte der MDax der 70 Nebenwerte um 0,7 % auf 4 754 Zähler zu. Der NEMAX 50 lag mit einem Minus von 0,03 % kaum verändert bei 2 806 Zählern. Während der Dow-Jones-Index bei 10 660 Zählern notierte, fielen die US-Technologiewerte um 1,26 % auf 2 746 Punkte.

Besonders deutlich reagierten in Frankfurt die Aktien von Daimler-Chrysler, die über ein Prozent leichter bei 51,90 Euro notierten. Zuvor war der Kurs bis auf 53,00 Euro gestiegen, nachdem das Unternehmen den Abbau von knapp 20 000 Mitarbeitern der Chrysler - Werke angekündigt hatte.

Technologiebranche gibt nach

Zu den Verlierern des Tages am deutschen Standardwertemarkt zählten die Titel der Technologiebranche. Epcos, Siemens und SAP gaben zwischen ein und zwei Prozent ab. Bei bevorstehenden Entscheidungen wie die Zinsentscheidung am Mittwoch ständen in der Regel die volatileren Werte unter Abgabedruck, begründete Gries die Branchenschwäche. Ein weiterer Händler nannte mögliche Nachwehen der enttäuschenden Ericsson-Zahlen.

Siemens-Familie vor Quartalszahlen unter Druck

Gekauft wurden dagegen die Titel der Deutschen Bank. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" wird die Bank am Donnerstag einen Rekordgewinn für das Jahr 2000 vorlegen. Das Nachsteuer-Ergebnis liege weit über dem des Vorjahres, berichtete das Magazin vorab am Samstag ohne Quellenangabe. Allein im Bereich Investmentbanking habe das Finanzinstitut Erträge von mehr als 13 Mrd. Euro erwirtschaftet. Der Wert gewann 0,65 % auf 101,57 Euro.

Von der allgemeinen Unsicherheit profitierten Händlern zufolge weitere "Old-Economy-Werte" wie Thyssen-Krupp, die eigenen Angaben zufolge weitere Milliardengeschäfte mit der Magnetschwebebahn Transrapid sehen, sowie Allianz und MAN.

Am Neuen Markt gestaltete sich der Handel Börsianern zufolge dünn und volatil. Zu den wenigen Gewinnern gehörten die Titel von EM.TV, die 6,26 % auf 7,98 Euro stiegen. Die Kirch-Gruppe hatte am Morgen mitgeteilt, zu einer Fortsetzung der Verhandlungen mit der EM.TV & Merchandising AG über den 31. Januar hinaus bereit zu sein, was nach Angaben der Händler die Anleger zu Käufen motivierte. Die ursprünglich gesetzte Frist für die seit acht Wochen laufenden Verhandlungen über einen Einstieg der Kirch-Gruppe bei dem angeschlagenen Münchener Filmrechte-Händler läuft am Mittwoch aus.

Exklusivgespräche mit EM.TV werden eventuell verlängert

Weiterer Gewinner waren die Titel von Ifao AG, nachdem der Softwarehersteller höhere Gewinne für das Geschäftsjahr 2000 veröffentlicht hatte. Der Wert verteuerte sich 11,5 % auf 20,85 Euro.

Ifao-Aktie nach 2000er-Zahlen gefragt

Der M-Dax stieg am Montag bis zum Mittag um 0,42 % auf 4 740,76 Zähler.



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