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26.01.2001

12:43 Uhr

Unsicherheit über Zinsschritte durch die US-Notenbank

Europäische Börsen von Nasdaq mehrheitlich belastet

Die europäischen Börsen haben sich am Freitag nach schwachen Vorgaben von der US-Technologiebörse Nasdaq mehrheitlich leichter präsentiert. Über das Ausmaß bevorstehender Zinsschritte durch die US-Notenbank herrsche auch nach der Anhörung des Notenbankchefs Greenspan vor dem US-Senat Unsicherheit, sagten Händler. Dieser hatte sich am Donnerstagnachmittag nicht zur nächsten Sitzung der Notenbank in der kommenden Woche geäußert.

Die Anleger trennten sich vor dem Wochenende vor allem von den europäischen Telekom - und Technologiewerten. Belastet wurden die Titel Händlern zufolge von enttäuschenden Zahlen des Telekomausrüsters Ericsson für das vierte Quartal und seiner Bekanntgabe, die eigenen Produktion von Mobilfunkgeräten aus dem Unternehmen auszulagern.

An den US-Börsen hatte der technologielastige Nasdaq-Composite-Index am Donnerstag 3,67 % auf 2754,28 Punkte verloren. Der Standardwerteindex Dow Jones hatte dagegen mit einem Plus von 0,78 % bei 10 729,52 Zählern geschlossen. Der März-S&P-Futures deutet mit einem Minus um 6,2 Punkte auf 1358 Zähler auf eine behauptete Eröffnung der Wall Street hin.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis gegen 12.00 Uhr um 0,99 % auf 4522 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,77 % auf 4742,54 Punkte nachgab.

LONDON - Technologie- und Telekomwerte drücken Index

An der Londoner Börse wurde das Börsenbarometer FTSE 100 von schwach tendierenden Technologie- und Telekomwertem belastet. Der Index gab 0,47 % auf 6226 Zähler ab. Verantwortlich für die schlechte Stimmung war Händlern zufolge die Enttäuschung über Ericssons Quartalszahlen und die Nachricht, der Telekomrüster wolle die eigene Herstellung von Mobilfunkgeräten auslagern. British Telecom fielen 2,95 % auf 657 Pence, und Vodafone verloren 1,48 % auf 233,25 Pence. Die Öltitel konnten die Verluste der High-Tech-Werte etwas kompensieren. BP Amoco und Shell legten jeweils rund ein Prozent zu.

ZÜRICH - Kaum verändert - Standardwerte gefragt

Die Schweizer Börse hat im frühen Geschäft wenig verändert notiert. Die Kursgewinne der defensiven Schwergewichte hätten den negativen Einfluss von der US-Technologiebörse Nasdaq aber mehr als ausgeglichen, sagten Händler. Möglicherweise erhole sich der Gesamtmarkt noch im weiteren Verlauf, wenn den Zinshoffnungen wieder vermehrt Aufmerksamkeit entgegengebracht werde, hieß es. Der SMI Index notierte 0,34 % höher bei 8005 Punkten. Händler sagten, wie üblich würden die Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche in den "unsicheren Zeiten" als sichere Häfen angelaufen. Die in den Vortagen gebeutelten Nestle-Papiere gewannen 2,57 % auf 3434 sfr. Novartis setzten den Anstieg um 1,25 % fort auf 2759 sfr, und Roche gewannen 0,5 % auf 15 450 sfr.

PARIS - Techwerte schwach mit Ausnahme von Cap Gemini

In Paris präsentierte sich die Börse bei Kursverlusten der Technologiewerte im Minus. Der CAC 40 fiel 0,88 % auf 5882,55 Zähler. Hohe Verluste erlitten die Alcatel-Papiere, nachdem die Quartalszahlen von Telekomausrüster Ericsson Händlern zufolge unter den Anlegern "gemischte Gefühle" ausgelöst hatten. Der Kurs sank 3,59 % auf 61,7 Euro. Dabei könne eine Entscheidung Ericssons, die Geräteproduktion auszulagern, für Alcatel von Vorteil sein, räumten Händler ein. Zu den wenigen Gewinnern gehörten die Aktien von Cap Gemini, nachdem das IT-Dienstleister für 2001 ein starkes Umsatzwachstum angekündigt hatte. Der Wert verteuerte sich 4,52 % auf 194,4 Euro.

MAILAND - Nasdaq-Vorgaben schwächen Mib30

Die italienischen Aktienwerte vollzogen Händlern zufolge schwache Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq nach. Der Mib30 notierte 0,43 % tiefer bei 44 710 Zählern. Der Blick sei nun auf die Eröffnung der Nasdaq am Nachmittag gerichtet, sagte ein Händler. Internet-Dienstleister Seat fiel bei umsatzstarkem Geschäft 1,05 % auf 21,65 Euro. Telecom Italia verbilligten sich 0,65 % auf 13,53 Euro. Zu den wenigen Gewinnern gehörten Standardwerte wie Pirelli, die ein Allzeithoch bei 4,03 Euro markierten.

MADRID - Verkäufe von Telefonica-Titeln

An der madrilenischen Börse hat der IBEX bei Verkäufen von Telefonica-Titeln nachgegeben. Das Börsenbarometer fiel 1,19 % auf 10011,5 Zähler. Der Telekomtitel kam Händlern zufolge auf Grund enttäuschender Kursentwicklungen an der Nasdaq unter Beschuss. Telefonica gaben 1,9 % ab, die Aktien ihrer Internettochter Terra Lycos verloren rund einen Prozent. Unverändert waren die Titel von Hidroelectrica de Cantabrico, nachdem der Wert in Folge einer Übernahmeofferte von 24 Euro je Aktie am Vortag kräftig zugelegt hatte. Die großen Stromversorger Endesa und Iberdrola legten indes zu. Hoffnungen hielten an, dass es nicht zu einer Fusion der Stromriesen kommen werde, sagten Händler.

AMSTERDAM - Leichter - Umschichtungen in Standardwerte

Die niederländischen Aktienwerte haben sich mehrheitlich verbilligt. Nach negativen Vorgaben der Nasdaq gäben wie üblich Technologiewerte nach und Standardwerte legten etwas zu, sagten Händler. Der AEX fiel 0,3 % auf 634,24 Zähler. Mitverantortlich waren Philips Electronics, die 4,56 % nachgaben, und ASM Lithography mit einem Kursrückgang von 4,34 Porzent. Gekauft wurden dagegen Heineken, die 0,34 % auf 59,2 Euro stiegen, und die Supermarktgruppe Ahold, deren Titel 2,04 % auf 32,5 Euro zulegten.

WIEN - Kaum verändert - Bank Austria fällt aus dem ATX

Die österreichischen Aktienwerte tendierten kaum verändert. Hauptereignis war der Kurseinbruch der Fluggruppe AUA von 3,37 % auf 13,2 Euro. Händler begründeten die Abgaben mit der anhaltenden Unsicherheit über die Führungsspitze des Unternehmens und Gewinnmitnahmen. Unverändert notierte die Erste Bank, die mit der Herausnahme der Bank Austria von nun an stärker im ATX gewichtet ist. Die Aktien der Bank Austria fielen 1,64 % auf 60 Euro. Der ATX notierte am Mittag 0,01 % höher bei 1086,55 Punkten.

BRÜSSEL - Im Minus - Interbrew im Fokus

In Brüssel haben die Aktien mehrheitlich an Wert verloren. Der Bel20 notierte am Mittag 0,41 % tiefer bei 2973 %. Die Unsicherheit über das Ausmaß der US-Konjunkturabschwächung hielten auch nach den Angaben von Alan Greenspan am Donnerstag vor dem Senat an, sagten Händler. Im Mittelpunkt standen die Aktien von Interbrew. Das Jahresergebnis 2000 wird Unternehmensangaben zufolge von einer einmaligen Aufwendung in Höhe von rund 1,2 Mrd. Euro belastet. Damit würden Kosten aus dem von der britischen Wettbewerbsbehörde erzwungenen Verkauf der Beteiligungen an Brauerei Bass gedeckt, hieß es. Die Aktie erholte sich von anfänglichen Verlusten und notierte 3,77 % im Plus bei 27,5 Euro.

STOCKHOLM - Ericsson nach Vorlage von Zahlen im Fall

Die Stockholmer Börse wurde von hohen Kurseinbußen des Telekomausrüsters und Indexschwergewichtes Ericsson erheblich belastet. Der OMX fiel 4,33 % unter Vortagesniveau auf 1072 Zähler. Ericsson hatte Quartalszahlen vorgelegt, die unter den eigenen Prognosen lagen. Die Ericsson-Aktie verlor daraufhin 11,81 % auf 104,5 skr. Etwas infiziert wurden die Aktien von Nokia, die sich rund 1,8 % auf 353,5 skr verbilligten. Unter Druck stand ferner der Telekomsektor. Tele 1 Europe verloren zwei skr auf 60,5 skr.

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