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29.01.2003

08:38 Uhr

Unter den Top-Sponsoren für die Fußball-WM 2006 sind nur drei deutsche Firmen

Dubai wirbt und Deutschland spart

Es gebe keinerlei Bedenken, nationale Sponsoren für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land zu finden, hieß es bisher stolz beim Deutschen Fußball-Bund. Horst R. Schmidt, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees, predigte noch Ende September: "Interessenten sind in erheblicher Anzahl vorhanden. Wir bekommen von der schwachen Weltlage glücklicherweise nichts zu spüren."

ebe DÜSSELDORF. Ein halbes Jahr später liest sich die Geschichte anders: Mit Adidas, der Deutschen Telekom sowie Continental gehören gerade mal drei deutsche Unternehmen zu den bislang 13 offiziellen Top-Sponsoren der WM 2006. Jüngster Rückschlag: Die Deutsche Lufthansa, die für eine Partnerschaft im erlauchten WM-Kreis eingeplant war, sagte nach Vertragsverhandlungen mit dem Weltverband Fifa "nein, danke". Dem Kranich-Konzern waren offenbar die im Vergleich zur Vorjahres-WM um 25 Prozent gestiegenen Sponsorengelder - rund 30 Millionen Euro - zu teuer. "Es gibt finanzielle Grenzen, die nicht mehr vertretbar sind", sagte ein Sprecher der größten deutschen Fluggesellschaft.

Statt Lufthansa-Chef Jürgen Weber unterzeichnete gestern "His Highness" Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum in Dubai den Vertrag mit der Fifa: Der gute Mann ist Chairman von Emirates Airlines, der Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate. An Stelle der Lufthansa verstärkt sie nun das Team der so genannten Top-Sponsoren der WM 2006. "Die Fifa und Emirates bieten beide ein Fünf-Sterne-Produkt an", lobte Fifa-Vizepräsident Jack Warner artig.

Für Fedor Radmann ist die Absage deutscher Unternehmen indes schwer nachvollziehbar: "Dass sich Firmen wie Lufthansa oder Siemens diese Chance zur Selbstdarstellung entgehen lassen, irritiert mich," sagte der Vizepräsident des Organisationskomitees in der Online-Ausgabe der FAZ. Er habe sich mehr als drei deutsche Firmen als Fifa-Partner gewünscht. Lufthansa indes hat derzeit kaum Augen für den Fußball: Bei aller Begeisterung für die WM im eigenen Land, so der Lufthansa-Sprecher, es gebe eine größere Verantwortung: "Wir wollen Arbeitsplätze in Deutschland sichern."

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