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24.01.2002

17:59 Uhr

Unterhändler Erekat: Nahostkrise nur mit Hilfe Dritter zu überwinden

"Vertrauen auf unter Null gesunken"

Die gegenwärtige Nahostkrise kann nach Ansicht des palästinensischen Chefunterhändlers Sajeb Erekat nur mit Hilfe Dritter überwunden werden.

dpa STRAßBURG. "Das Vertrauen zwischen uns und Israel ist auf unter Null gesunken", sagte Erekat am Donnerstag in Straßburg vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Die Palästinenser würden jedoch nur ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurückkehren. "Wir stehen zu unseren Verpflichtungen mit Israel, brauchen aber ein günstiges Umfeld, um diese zu verwirklichen", sagte er weiter.

"Wir brauchen die Unterstützung der Europäer", erklärte Erekat. Europa solle aber nicht als Konkurrenz zu den USA auftreten, sondern "sie ergänzen oder sie zu weiteren Anstrengungen antreiben". Der EU-Beauftage für Außenpolitik, Javier Solana, und US-Nahost-Vermittler Anthony Zinni müssten sofort wieder in die Region reisen, um einen Fahrplan zur Umsetzung des Mitchell-Plans aufzustellen.

Erekat warnte Israel davor, Palästinenser-Präsident Jassir Arafat beseitigen zu wollen. Wenn Arafat getötet werde, gebe es bei den Palästinensern "für Jahrzehnte niemanden mehr, um Frieden zu schließen". Die israelische Besetzung habe ihm "Hände und Füße gebunden". Die Israelis wollten ihn ins Meer werfen, "er kann aber nicht schwimmen und wird ertrinken".

Der palästinensische Chefunterhändler begrüßte vor Journalisten den Protest Brüssels gegen der Zerstörung ziviler Einrichtungen durch die israelische Armee, die mit EU-Geld errichtet wurden. "Straßen, Kanalisation und ein Hafen sind doch keine Bedrohung für Israel", betonte Erekat. Er wies Vorwürfe zurück, die Palästinenser würden Kinder gegen die israelischen Panzer und Soldaten schicken. "Was suchen die Panzer und Gewehre vor unseren Schulen und unseren Dörfern?", entgegnete Erekat. Er sehe jeden Tag mit Sorge seine vier Kinder in die Schule gehen.

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