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06.07.2000

15:46 Uhr

Unternehmen arbeiten operativ in Rechtsform einer Stiftung

Zeiss und Schott sollen zwei Aktiengesellschaften werden

Der Börsengang einer Untergesellschaft der Schott-Gruppe ist für das nächste Jahr geplant.

vwd STUTTGART. Die beiden Unternehmen Carl Zeiss, Oberkochen, und Schott, Mainz, wollen mittelfristig zwei Aktiengesellschaften unter dem Dach der Carl Heidenheim/Jena, werden. Derzeit haben die beiden Industriekonzerne noch ungewöhnliche Rechtsform einer Stiftung unter dem Dach der Carl Der noch amtierende Zeiss-Vorstandssprecher Peter Grassmann erklärte am Donnerstag vor der Presse in Stuttgart, Zeiss und Schott seien bisher die einzigen Großunternehmen in Deutschland, die operativ in einer solchen Rechtsform arbeiten.

Für Zeiss und Schott könnten Bertelsmann oder Bosch Vorbilder für die rechtliche Unternehmensorganisation sein. Bosch und Bertelsmann haben Stiftungen nur als Obergesellschaft. Die Umwandlung von Zeiss und Schott in zwei Aktiengesellschaften werde ein mehrjähriger Prozess sein. Allein eine Neuformulierung des Stiftungsstatuts werde etwa ein Jahr dauern. Dann müsse eine etwa einjährige Einspruchsfrist für die Mitarbeiter folgen. Die Umformulierung des Statuts stehe unter der Leitung der Stiftungsverwaltung, das heißt den zwei Wissenschaftsministern/innen in Baden-Württemberg und Thüringen. Der Stiftungskommissar ist der frühere Präsident der Deutsche Bahn AG, Heinz

Ein Börsengang der Carl Zeiss AG und der Schott AG ist nicht vorgesehen, wohl aber der Börsengang von Untergesellschaften. So werde im nächsten Jahr eine Gesellschaft der Schott-Gruppe, die High-Tech-Glas für die Zeiss-Hochleistungsoptik zur Herstellung von Microchips herstellt, an die Börse gehen. Zur Vorbereitung der Rechtsumwandlung muss Carl Zeiss in den nächsten Jahren eine Eigenkapitalquote von 20 % verdient haben. Bisher wurde auf die Pensionsrückstellungen des Stiftungsunternehmens als Eigenfinanzierungsquelle zurückgegriffen. Diese müssen wegen der neuen Heubeck'schen Sterbetafeln ebenfalls aufgefüllt werden.

Der Konzern Carl Zeiss, Oberkochen, mit seiner Tochter Carl Zeiss Jena GmbH, Jena, will allein aus innerem Wachstum im Geschäftsjahr 2000/01 (30. September) eine Umsatzsteigerung auf 4,2 (3,7) Mrd. DM erzielen. 2002/03 soll "mit guten Renditen" die Marke von fünf Mrd. DM erreicht werden. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 1999/2000 hat Carl Zeiss nach den Worten von Finanz-Vorstand Olaf Berlien den Turn-around geschafft. Das Betriebsergebnis per 30. Juni 2000 lag bei rund 125 Mill. DM. Dies entspreche einem Return on Sale (ROS) von 4,5 % und einem Return on Capital employed (ROCE) von zehn Prozent.

Jetzt gelte es, das Betriebsergebnis weiter zu steigern, um ein angemessenes Eigenkapital aufzubauen. Derzeit habe Carl Zeiss nahezu kein Eigenkapital, sei aber liquide. Für das gesamte Geschäftsjahr 1999/2000 sei ein Betriebserghebnis von 155 (36) Mill. DM vorgesehen. Der Zeiss-Umsatz lag in den ersten neun Monaten 1999/2000 um 20 % über dem Vorjahr. Den stärksten Anstieg verzeichnete der Bereich Hochleistungsoptik für die Halbleitertechnik mit plus 57 %. In den nächsten Jahren will sich Zeiss auf die vier Wachstumsmärkte Hochleistungsoptik für Microchips, Bio-Technologie, Augenoptik und Industrie-Meßtechnik konzentrieren.

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