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15.01.2003

14:02 Uhr

Unternehmen hat vor einem Jahr Insolvenzantrag gestellt

Kmart will bis zu 35 000 Angestellte entlassen

Mit einer der größten Entlassungsaktionen der letzten Jahre in den USA will sich der Einzelhandelskonzern Kmart aus der Insolvenz retten. Wie das Unternehmen am Dienstagabend (Ortszeit) in New York mitteilte, sollen bis zu 35 000 der 220 000 Mitarbeiter entlassen werden.

HB/dpa NEW YORK. Kmart will seine Kosten damit drastisch senken und bis zum 30. April aus dem Insolvenzverfahren herauskommen. Die Kmart Corp. hat sich dafür eine Finanzierung von zwei Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro) gesichert.

326 Geschäfte und ein Vertriebszentrum werden geschlossen. Kmart wird nach der Schließungsaktion noch etwa 1500 Geschäfte haben. Die Gesellschaft werde nach der Reorganisation eine stärkere Bilanz, Liquiditätsposition und Kostenstruktur haben, betonte Kmart - Konzernchef James B. Adamson.

Der Discounter war dem harten Wettbewerb mit dem Branchenführer Wal-Mart und dem Discount-Einzelhändler Target, der ein attraktiveres Warensortiment bietet, nicht gewachsen. Das Unternehmen hatte im Januar 2002 einen Insolvenzantrag im Rahmen des Kapitel Elf des US- Insolvenzrechtes gestellt. Es konnte seinen Betrieb unter Aufsicht eines Insolvenzrichters fortsetzen und eine Sanierung in die Wege leiten. Kmart hatte im Jahr 2002 bereits 283 Geschäfte geschlossen und 22 000 Mitarbeiter entlassen.

Experten sehen kein neue Geschäftskonzept

US-Einzelhandelsexperten sind allerdings im Hinblick auf die Zukunftsaussichten von Kmart skeptisch, da das Unternehmen bisher kein neues Geschäftskonzept für einen erfolgreicheren Wettbewerb mit Wal-Mart und Target entwickelt habe. Die Restrukturierung wird rund 1,7 Milliarden Dollar kosten. Die Kosten sollen zum größten Teil im vierten Quartal verbucht werden.

Kmart hat in dem am 1. Januar 2003 beendeten Fünfwochen-Abschnitt 349 Millionen Dollar verdient und 4,71 Milliarden Dollar umgesetzt hat. Der Umsatz gab auf vergleichbarer Geschäftsbasis um 5,7 Prozent nach.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2002/2003 (31. Januar) hat Kmart einen Verlust von 2,1 Milliarden Dollar (zwei Mrd Euro) verbucht gegenüber roten Zahlen von 796 Millionen Dollar in der Vorjahresvergleichszeit. Der Umsatz schrumpfte in dieser Zeit auf 21,9 Milliarden Dollar gegenüber 25,3 Milliarden Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit.

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