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12.03.2003

18:14 Uhr

Unternehmen werden einseitig entlastet

Verdi greift Schröder für Gesundheitsreform scharf an

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) droht bei der geplanten Gesundheitsreform Streit mit den Gewerkschaften.

dpa BERLIN. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisierte am Mittwoch in Berlin massiv den Plan des Kanzlers, den Leistungskatalog auszudünnen. Dies würde einseitig die Unternehmen entlasten. Den Versicherten würden dagegen weitere Lasten aufgebürdet, kritisierte ver.di. Nach Angaben der Gewerkschaft will die Regierung "auf einen Schlag 20 Mrd. ?" aus dem Leistungskatalog der Kassen streichen und so den Beitragssatz um zwei Prozentpunkte senken.

Voraussichtlich müssen Versicherte für Sport- und Freizeitausfälle künftig eine Zusatzversicherung abschließen. Die Prämie wird auf zwölf bis 20 ? im Monat beziffert. Dies würde die Kassen um zehn Mrd. ? entlasten. Auch das Krankengeld könnte moderat gekürzt werden. Der Zahnersatz soll dagegen wie bisher anteilig von den Kassen bezahlt werden. Die rot-grünen Gesundheitsexperten dringen zudem darauf, dass versicherungsfremde Leistungen wie Mutterschafts- und Sterbegeld in Höhe von drei bis fünf Mrd. ? aus Steuern finanziert werden.

Eine Mehrheit der Bundesbürger plädiert nach einer Umfrage für grundlegende Reformen im Gesundheitswesen. Dies ergab eine Emnid- Umfrage für die "Berliner Zeitung" (Donnerstag). Demnach befürworten 58 % der Befragten grundlegende Veränderungen. Bei den Ärzten stießen die rot-grünen Pläne auf ein geteiltes Echo. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, begrüßte die geplanten Einschnitte als Schritt in die richtige Richtung. "Das entspricht unseren Forderungen".

Die Spitze der Fachärzte verlangte von Schröder mehr Mut zu Reformen. Die Pläne seien "zu kurz gesprungen" und lösten nicht die eigentlichen Probleme, kritisierte der Präsident der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände, Jörg-Andreas Rüggeberg. Auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) verlangte weiter reichende Reformen. Er machte sich für einen Systemwechsel und einen Umstieg von lohnbezogenen Beiträgen auf Kopfpauschalen stark.

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