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06.03.2013

14:01 Uhr

Fernbusse

National Express will deutschen Markt erobern

Unter der Marke „city2city“ will die britische National Express den deutschen Markt erobern. Ab April soll es erste Verbindungen geben. Die Bundesregierung hatte den Markt zu Beginn des Jahres freigegeben.

National Express will zunächst 10.000 Fahrscheine für fünf Euro anbieten, danach sollen die Preise bei acht Euro beginnen. dpa

National Express will zunächst 10.000 Fahrscheine für fünf Euro anbieten, danach sollen die Preise bei acht Euro beginnen.

In den noch jungen Markt für Linienverkehr mit Fernbussen in Deutschland drängt ein potenter Anbieter aus Großbritannien. Unter der Marke „city2city“ will das börsennotierte Unternehmen National Express ab dem 2. April Fernbusverbindungen in Deutschland anbieten. Auf zunächst drei Linien über Frankfurt sollen das Rheinland, das Ruhrgebiet sowie die süddeutschen Städte Stuttgart, München und Augsburg miteinander verbunden werden, kündigte Deutschland-Chef Roderick Donker van Heel am Mittwoch in Frankfurt an. Im Juli sollen zwei weitere Linien dazukommen.

Man werde einen erheblichen Werbeaufwand treiben und Tickets zu sehr günstigen Einführungspreisen verkaufen, da die deutschen Konsumenten noch keine genaue Vorstellung vom Produkt Fernbus hätten. „Wir wollen innerhalb von fünf Jahren die Nummer Eins in Deutschland werden“, sagte der National Express-Chef der Nachrichtenagentur dpa. Entscheidend seien Preis und Service. Er erwarte für die kommenden Jahre einen spannenden Wettbewerb, den drei bis fünf Anbieter überstehen könnten.

Das Unternehmen hat wie wichtige Wettbewerber auch zunächst mittelständische Busunternehmen als Subunternehmer mit den Verkehren beauftragt. Sie seien auch für die Einhaltung der tariflichen Vorschriften zuständig. Die Flotte aus zunächst 15 und dann noch einmal 7 Bussen werde komplett neu angeschafft.

Zunächst solle ein Netz zwischen den wichtigsten Großstädten aufgebaut werden, das dann in einem zweiten Schritt regional verfeinert werde, kündigte Donker van Heel an. Nach Berlin, wo der Marktführer Deutsche Bahn die meisten Fernbusverbindungen vorhält, werde man in diesem oder im nächsten Jahr gehen.

National Express mit Hauptsitz in Birmingham ist nach eigenen Angaben Fernbus-Marktführer in Spanien und Großbritannien. In den USA betreibt das Unternehmen Schulbusse, in Deutschland will es auch Bahnverkehre übernehmen. Auf dem seit Jahresbeginn liberalisierten deutschen Markt tummeln sich eine Reihe von Anbietern. Neben jungen Start-Up-Unternehmen wie DeinBus, FlixBus oder MeinFernbus hat in dieser Woche auch die Deutsche Bahn-Tochter Berlin Linien Bus den Ausbau ihres Netzes angekündigt.

Kommentare (1)

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Markus_F.

20.04.2013, 11:22 Uhr

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele doch auf eine Studie reinfallen die noch nicht einmal auf den Fernbus übertragbar ist. Die viel zitierte Studie des Bundesumweltamtes legt einen handelsüblichen 3-Strene-Bus zu Grunde der mit 51 Sitzplätzen voll besetzt von A nach B fährt bei flüssigem Verkehr und Grüner Welle an den Ampeln. Fernbusse jedoch fahren nicht vollbesetzt von A nach B sondern haben auf Grund mehrerer Zwischenhalte wechselndes Fahrgastaufkommen. Hinzu kommt das die Deutschen Fernbusse mindestens eine 4-Sterne, im Falle von City2City sogar eine 5-Sterne-Bestuhlung haben was zudem dazu führt das bei gleicher Länge weniger Fahrgäste im Bus befördert werden können und dem entsprechend auch der Break-Even-Point weiter nach oben klettert, damit sich eine Linie erstmal rechnet bzw. der Bus überhaupt rechnet.
Interessant an dem Artikel ist, das City2City Service groß schreibt, die Wahrheit nach fast einem halben Monat Betrieb sieht anders aussieht. Bordservice gibt es keinen bei City2City. Aus Sicherheitsgründen wie man auf Facebook nachlesen kann.
Die übrigen Betreiber bieten zwar Service an, aber dieser funktioniert nur wenn ich den Fahrer während der Fahrt anspreche und mich selbst bediene. Keines der Unternehmen setzt eine Servicekraft ein (Begründung: Wir wollen nicht unnötig die Ticketpreise in die Höhe treiben !) die dies während der Fahrt erledigen kann, womit man sich durchaus auch Sorgen um die Sicherheit machen muss.
In frühestens 3 Jahren, spätestens 6 Jahre, dabei sind viele Fernbusse noch gar nicht abgeschrieben, müssen die Busse mindestens zwei Rollstuhlfahrer, Doppelstockbusse mindestens 3 Rollstuhlfahrer die Mitnahme ermöglichen. Dies wird dazu führen das entweder noch weniger Sitzplätze angeboten werden können bei steigenden Ticketpreisen, oder das die Sitzabstände enger werden um trotz der Rollstuhlmitnahme die gleiche Anzahl an Fahrgästen mit zunehmen wie es derzeit der Fall ist.

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