Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.07.2013

17:01 Uhr

Keine Fusion vor Herbst

Roland Berger baut Führung um

Statt der geplanten Fusion kommt bei Roland Berger auf einem anderen Gebiet Bewegung ins Spiel: Die Führung wird umgestaltet. Die Fusion zieht sich unterdessen hin wie Kaugummi.

Vorstandschef Burkhard Schwenker leitet die Umbauarbeiten an der Spitze des Unternehmens Roland Berger. obs

Vorstandschef Burkhard Schwenker leitet die Umbauarbeiten an der Spitze des Unternehmens Roland Berger.

FrankfurtSeit Monaten steht die Münchner Unternehmensberatung Roland Berger in Fusionsgesprächen mit Wettbewerbern - nun baut der Chef erst einmal die Führung um. Geleitet wird Roland Berger künftig von einem Trio aus Vorstandschef Burkhard Schwenker, dem als COO für das operative Geschäft zuständigen Charles-Edouard Bouee und dem Restrukturierungsexperten Bernd Brunke als Finanzchef, wie das Unternehmen am Mittwoch nach einer Tagung seiner 250 Partner mitteilte. Daneben gibt es acht Regionalverantwortliche, wobei Schwenker für Deutschland und die Schweiz zuständig ist. Der 55-Jährige hatte im Mai wieder die Führung von Roland Berger übernommen, nachdem Martin Wittig sein Amt aus gesundheitlichen Gründen abgegeben hatte. Schwenker hatte Berger schon von 2003 bis 2010 geführt.

Die Entscheidung, ob und mit wem sich Berger zusammentut, zieht sich unterdessen hin. „Strategische Alternativen wurden beim internationalen Partnermeeting nicht diskutiert, mit Entscheidungen bei diesem Thema wird nicht vor Herbst gerechnet“, erklärte die Unternehmensberatung. „Im Spätherbst könnten entscheidungsreife Konzepte vorliegen“, sagte Schwenker „Manager Magazin Online“. Die Beratungshäuser und Wirtschaftsprüfungsfirmen Deloitte, PricewaterhouseCoopers und Ernst & Young hatten Unternehmenskreisen zufolge Gebote für Roland Berger abgegeben.

Qualitätsprobleme: US-Aufsicht bemängelt Testate von Ernst & Young

Qualitätsprobleme

US-Aufsicht bemängelt Testate von Ernst & Young

Die Probleme sind bekannt. Ernst & Young: „Kontrollen sind nützlich.“

Aber auch die Eigenständigkeit sei weiter eine Option. „Voraussetzung für einen Verkauf oder eine Kooperation ist, dass wir unsere Branche strategisch voranbringen. Dass wir unseren Klienten noch größeren Mehrwert und allen Mitarbeitern, nicht nur den Partnern, eine noch bessere Perspektive bieten können“, sagte Schwenker. „Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, marschieren wir alleine weiter.“ Ein Zusammenschluss mit Deloitte war schon einmal, vor drei Jahren, am Widerstand der Partner gescheitert.

Roland Berger ist zwar mit mehr als 2700 Mitarbeitern in 51 Büros in 36 Ländern aktiv. Doch die Wachstumsaussichten sind mäßig, der Markt ist weitgehend gesättigt, vielerorts stagniert der Umsatz.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×