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08.03.2013

19:06 Uhr

100. Weltfrauentag

Unsere Frauen des Jahres!

Sie berühren, beeindrucken oder machen die Welt ein bisschen besser: Zum Weltfrauentag haben wir uns gefragt, welche Frauen uns in der vergangenen Zeit besonders bewegt haben. Diesen Heldinnen wollen wir Danke sagen.

Die Wirtschafts-Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom ist im vergangenen Juni im Alter von 78 an Krebs gestorben. ap

Die Wirtschafts-Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom ist im vergangenen Juni im Alter von 78 an Krebs gestorben.

DüsseldorfElinor Ostrom ist einer dieser Frauen, vor deren Leistung ich den Hut ziehe. Die Amerikanerin hat gleich zwei Dinge geschafft, die beeindruckend sind. Sie hat ein Dogma gestürzt, indem sie bewiesen hat, dass gemeinschaftlicher Besitz an natürlichen Ressourcen nicht zu dessen Ruin führt. Mit ihren Arbeiten hat die leidenschaftliche und humorvolle Politikwissenschaftlerin, die vor neun Monaten im Alter von 78 Jahren gestorben ist, die neoliberale Überzeugung widerlegt, dass der Mensch ein egoistisch handelndes Wesen ist - die heilige Kuh der Ökonomie.

Dafür heimste Ostrom vor vier Jahren als erste Frau überhaupt in der pompösen Stockholmer Konzerthalle den Wirtschaftsnobelpreis ein. Und zwar nicht für ein Modell, das kaum ein Laie versteht, denn Ostroms Arbeiten über philippinische Fischer und Schweizer Bergbauern sind herrlich anschaulich. Damit hat sie es weit gebracht, obwohl sie in den 50er Jahren nicht zum Ökonomiestudium zugelassen wurde, weil das für Frauen als „ungeeignet“ bezeichnet wurde.

Warum Beziehungen für Frauen wichtiger sind

Kindergarten

Von klein auf verhalten sich die Geschlechter sehr unterschiedlich. Die Psychologie erklärt das mit den ungleichen Entwicklungsanforderungen, die an Mädchen und Jungen gestellt werden. So reagieren Mädchen schon im Kindergartenalter auf Fotos oder Erzählungen mit negativem Inhalt einfühlsamer als Jungen.

Teilen

Mädchen teilen bereitwilliger mit anderen als Jungen. Und Mädchen im Grundschulalter kümmern sich mehr um kranke Kinder als Jungen.

Intime Spiele

Mädchen spielen bereits im Kindergartenalter intimere Spiele, während Jungs Konkurrenzspiele bevorzugen.

Konsens

Während Jungen dazu neigen, andere zu unterbrechen und zu bedrohen, um ihre Interessen durchzusetzen, versuchen Mädchengruppen Konsens herzustellen und achten darauf, dass jedes Mitglied einer Gruppe zu seinem Recht kommt.

Geheimnisse

Mädchen sprechen mehr miteinander über ihre Gefühle, tauschen "Geheimnisse" aus und zeigen im alter von 11 Jahren mehr Einfühlungsfähigkeit als Jungen. Und sie denken mehr über sich und andere Menschen nach.

Freundschaften

Mädchen sind mehr als Jungs daran interessiert, stabile Freundschaften aufzubauen und zu erhalten.

Rücksicht

Mädchen machen Vorschläge, während Jungen direkte Anweisungen geben, um andere Menschen zu beeinflussen. In Beziehungen lernen Jungen sehr früh, in Beziehungen der dominante Teil zu sein und treffen auf Mädchen, die gelernt haben, Rücksicht zu nehmen und auf Gegenseitigkeit Wert zu legen.

Beziehungsachtsamkeit

Anders als Jungs, die sich meist nur auf ihre eigenen Interessen konzentrieren und sich kaum "in die Schuhe anderer stellen", machen Mädchen sich Gedanken, wie ihre Gefühle und ihre Wünsche auf andere wirken. Sie haben "Beziehungsachtsamkeit".

Wettbewerb

Mädchen sind schon als Dreijährige deutlich seltener zum Leistungswettbewerb mit Gleichaltrigen bereit als Jungen.

(Quelle: Ursula Nuber, "Was bin ich ohne dich?", Campus-Verlag)

Jahrelang hat sich die geistreiche Forscherin mit der Frage beschäftigt, wie es gelingen kann, mit gemeinsam genutzten, knappen Ressourcen wie Wäldern, Meeren oder der Atmosphäre so umzugehen, dass alle Menschen ihre Bedürfnisse langfristig befriedigen können. Sie plädiert dafür, die Menschen vor Ort an der Lösung der Probleme zu beteiligen und deren Fähigkeit zur Selbstorganisation wahrzunehmen und zu unterstützen. Nur so entstehen Respekt, Zusammenhalt und Verantwortlichkeit für die Gemeingüter dieser Welt.

Faszinierend an ihren Arbeiten ist, dass sie sich genauso gut auch auf „moderne Gemeingüter“ wie Urban Gardening, Open Software, Open-Design-Projekte und Wissens-Almenden wie Wikipedia übertragen lassen und auch Firmenchefs können aus Ostroms Beobachtungen lernen. So ist auch ein Unternehmen eine Gemeinschaft, in der es um Vertrauen und gemeinschaftliche Verantwortung geht. „Auch hier erreicht man Ziele besser, wenn man auf die Selbstorganisation setzt. Die Sichtweise von oben nach unten ist überholt“, erklärte Ostrom vor zwei Jahren einem Interview. „Es würde nicht schaden, Mitarbeitern mehr Selbstverantwortung zuzutrauen.

Frauenquote in Vorständen der 100 größten Banken

Öffentlich-rechtliche Banken (z.B. Sparkassen)

2010: 2,0 Prozent

2011: 2,5 Prozent

2012: 3,6 Prozent

Genossenschaftsbanken

2010: 4,2 Prozent

2011: 5,4 Prozent

2012: 5,1 Prozent

Private Banken

2010: 3,8 Prozent

2011: 3,3 Prozent

2012: 4,6 Prozent

Ganz entscheidend sei dabei die Bedeutung von klaren Regeln, die für Fairness sorgen. „Am Anfang sind die Leute oft misstrauisch. Erst wenn sie merken, dass sich andere nicht heimlich Vorteile verschaffen, entwickeln sie Vertrauen.“ Und: „Die Leute müssen wieder mehr lernen, miteinander zu arbeiten, zu kommunizieren und Verantwortung dafür zu übernehmen, was vor der eigenen Haustür passiert.“ Hut ab, Elinor! (Carina Groh-Kontio)

Kommentare (18)

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oha

08.03.2013, 22:09 Uhr

Danke Mutti.

Tabu

08.03.2013, 22:32 Uhr

Grad im heute-journal..
Mitten in Europa,die Angst der Frauen z.B.
in Albanien ein Mädchen zu gebären.
Tötungen sind an der Tagesordnung.
Frauen des Tages,wären für mich jene
die nicht länger zulassen,das ihr Geschlecht
von ungebildeten Psychopathen gedemütigt wird.
Das geht schon zu lange so.
Und erwartet keine Hilfe von ihnen..nirgendwo.

Account gelöscht!

08.03.2013, 22:50 Uhr

Was möchte das HB mir sagen? Ich als Mann mache die Welt schlimmer? Das fehlende Selbstbewußtsein und die fehlende Selbstachtung der Männer ist peinlich und zugleich recht traurig!

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