Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2010

15:19 Uhr

13 Schüsse

EQT-Manager wurde wohl Opfer eines Raubmordes

Der Münchener Finanzmanager Dirk Poschinger-von Camphausen wurde offenbar Opfer eines Raubmordes. Darauf deuten erste Ermittlungsergebnisse hin. Die Schüsse könnten demnach beim Verkauf seines Privatautos gefallen sein.

HB MÜNCHEN. Die Tötung des 36-jährigen Managers des Private-Equity-Hauses EQT stehe nach bisherigen Erkenntnissen im Zusammenhang mit dem Verkauf seines Privatautos, sagte Kriminaloberrat Markus Kraus von der Münchener Mordkommission am Montag. Hinweise auf einen anderen Hintergrund, wie etwa einem Entführungsversuch, gebe es bislang nicht.

Poschinger-von Camphausen war nach Polizeiangaben am Donnerstag verschwunden und wahrscheinlich noch am gleichen Tag mit zehn bis 13 Schüssen aus einer kleinkalibrigen Waffe getötet worden. Bislang seien zwei Verdächtige verhaftet worden. Einem 40-jährigen Hausmeister lege die Staatsanwaltschaft Mord und Raub mit Todesfolge zur Last. Der andere, ein 54-jährige Gastronom, werde bislang allerdings lediglich wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung festgehalten. Der Bulgare sei mit einem gefälschten Reisepass unterwegs gewesen. Beide bestreiten nach Auskunft der Polizei, etwas mit dem Tod des Managers zu tun zu haben.

Poschinger-von Camphausen hatte seinen Audi A8 im Internet für 54 000 Euro zum Verkauf angeboten und sich am Donnerstagvormittag mit dem mutmaßlichen Täter in der Nähe seiner Wohnung zu einer Probefahrt getroffen.

Seine Leiche war am Samstag in einem Münchener Wohngebiet im Lieferwagen des verdächtigen Hausmeisters gefunden worden. Poschinger-von Camphausens Auto habe im gleichen Straßenzug gestanden. Der Hauptverdächtige habe auch die Fahrzeugpapiere der Limousine besessen.

„Wir gehen derzeit davon aus, dass es von vornherein so geplant war“, sagte Staatsanwalt Laurent Lafleur. Der oder die Täter hätten es auf den Wagen abgesehen und im Fall von Widerstand auf den Verkäufer schießen wollen. Ein anderer Hintergrund für das Verbrechen, etwa eine Entführung, sei derzeit ausgeschlossen. Es sei allerdings möglich, dass noch andere Personen an der Tat beteiligt gewesen seien.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Bernhard Pallmann

19.01.2010, 22:26 Uhr

"Ermittlungsdruck" ist bei Kapitaldelikten die eine Seite, um möglichst rasch aufzuklären. Doch steht ausgerechnet das Dezernat K11(1) der Münchener Mordkommission (MMK) selbst unter dringendem Verdacht, in gut 6 Fällen in der Vergangenheit Unschuldigen schwerste Straftaten in die Schuhe geschoben zu haben, um etwa sog. "iM"s zu decken. Dass es sich dabei um ausschließlich ultrarechte iMs handeln soll, ist besonders jetzt, zu Zeiten des bayernLb-Filzes mit J. Haider, Kärnten, Österreich, bis in den balkan fatal. Die bayrischen behörden versteifen sich noch auf diese Einschleusung von oft vorher straffälligen informanten "aus der Szene in die Szene", auch wenn ihr Nutzen mehr als zweifelhaft ist. Nun wird ausgerechnet der Fall des Dirk Poschingen von C. von K11(1) ermittelt. Ein befragter Rechtsextremismus-Experte des bayr. innenministeriums und ein hoher Mitarbeiter der Staatschutz-behörden bezeichneten dies heute als "schlimm" bzw. "katastrophal". in lokalen Medien wurde von K11(1) schon verbreitet, die "beweislast gegen die Verhafteten sei erdrückend". Vor allem im Sinne gerade anlaufender Verfahren gegen Teile der MMK und zur tatsächlichen Aufklärung des Mordes an dem Familienvater strudelt die CSU nun in den nächsten, gar noch schlimmeren Skandal. Die Münchener Polizeisprecher um deren Chef Wenger hüllt sich in Schweigen. Ein Sog ohne Ende mit immer mehr Entsetzen. bPallmann

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×