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31.07.2012

17:24 Uhr

14 Millionen Euro

Daimler-Vorstände versilbern Aktienpakete

Das Vorstandstrio aus Konzernlenker Dieter Zetsche und zwei weiteren Daimler-Vorständen verkaufte Aktien im zweistelligen Millionenbereich. Gleich darauf kauften die drei Manager wieder Papiere.

Dieter Zetsche (r.), der Vorstandschef von Daimler, mit Lkw-Chef Andreas Renschler. dpa

Dieter Zetsche (r.), der Vorstandschef von Daimler, mit Lkw-Chef Andreas Renschler.

StuttgartDrei Daimler-Vorstände haben millionenschwere Aktienpakete zu Geld gemacht und so die eigene Kasse klingeln lassen. Konzernlenker Dieter Zetsche, Truck-Chef Andreas Renschler und Forschungschef Thomas Weber haben Ende Juli ihre Anrechte auf Daimler-Wertpapiere im Gesamtwert von rund 14 Millionen Euro eingelöst, wie der Stuttgarter Dax-Konzern am Dienstag in Pflichtmitteilungen berichtete. Noch am selben Tag - dem 26. Juli - machte das mächtige Vorstandstrio die Aktien zu Geld - und zwar bei höheren Kursen, was ihr Gesamtpaket um rund eine Million Euro verbesserte. Allein bei Zetsche betrug der Zugewinn etwa 600 000 Euro.

In einem dritten Schritt kauften die drei Manager von diesem neu erhaltenen Bargeld wieder Aktien. Bei Zetsche waren das jedoch lange nicht so viele, wie er dafür theoretisch selbst nach Abzug von Steuern bekommen hätte. Ein Sprecher erklärte, das geringere Rückkaufvolumen hänge „mit rechtlichen Restriktionen“ zusammen. Nähere Angaben machte er nicht.

Für die Geschäfte von Vorständen mit Aktien des eigenen Unternehmens gelten Vorgaben wie etwa Zeitfenster oder Höchstgrenzen. Mehr Aktien habe der Konzernchef zu diesem Zeitpunkt nicht zurückkaufen dürfen, erklärte der Sprecher. Für seine beiden Kollegen habe es allerdings keine Beschränkungen gegeben.

Von

dpa

Kommentare (3)

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dyndre53

31.07.2012, 17:59 Uhr

Ich würde wetten, die Herren vergolden und versilbern noch schnell ihre "hart erarbeiteten" aktienerlöse, Gell?!

Elchtest

31.07.2012, 19:36 Uhr

Genauso funktioniert Kapitalismus. Mit Geld immer mehr Geld zu machen. Man hat der breiten Masse nure vergessen zu sagen, dass nur wenige Millionäre dabei werden können. Die anderen bleiben ewig arme, kleine Würstchen, schuften und rackern sich jeden Tag ab, und kommen doch zu nichts.
Wer jetzt immer noch nicht kapiert hat, wie unser Geld- und Wirtschaftssystem aufgebaut ist und wem es letztenendes dient und wie das Geld umverteilt wird, dem ist eh nicht mehr zu helfen.
Vive la révolution!

dr.boehm

01.08.2012, 09:29 Uhr

Das Problem an unserem "Kapitalismus" ist wohl eher, daß es keiner ist. Die Herren vom Vorstand sind Angestellte deren Salär vom Aufsichtsrat, der von den Kapitaleignern gewählt werden sollte, bestimmt wird. Welcher Daimler oder VW Aktionär will eigentlich etliche Millionen an den Vorstandsvorsitzenden zahlen? Problem ist hier die Mitbestimmung, Gewerkschafter sorgen dafür, daß die Gehälter solch unsinnige Höhen annehmen, nicht die Besitzer der Aktien. Mitschuld sind sicher die Aktionäre, die sich nicht wehren.

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