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26.06.2013

13:41 Uhr

20.000 zusätzliche DHL-Paketshops

Post rüstet sich für boomenden Online-Handel

Vor allem wegen Online-Bestellungen liefert die Post so viele Pakete aus wie noch nie. Bis Ende 2014 wird der Konzern 20.000 zusätzliche DHL-Paketannahmestellen eröffnen, um dem Trend gerecht zu werden.

Paketlieferung der Deutschen Post DHL. Künftig wird es mehr als 50.000 Paketannahmestellen in Deutschland geben. dpa

Paketlieferung der Deutschen Post DHL. Künftig wird es mehr als 50.000 Paketannahmestellen in Deutschland geben.

BerlinDie Deutsche Post reagiert auf den boomenden Onlinehandel mit dem Aufbau neuer Paketannahmestellen. Der Marktführer in der Bundesrepublik will bis Ende kommenden Jahres 20.000 zusätzliche Paketshops schaffen, wie Konzernchef Frank Appel am Mittwoch in Berlin ankündigte. Bei der Expansion setzt der Konkurrent von UPS, DPD und Hermes auf externe Partner wie Kioskbetreiber oder Lebensmittelhändler und konzentriert sich auf die großen Ballungszentren. Auf dem flachen Land sollen dagegen Verbraucher ihre Pakete dem Zusteller an der Haustür mitgeben.

Deutsche-Post-Manager Jürgen Gerdes verwies darauf, dass zehn Prozent des deutschen Einzelhandelsgeschäfts heute im Internet gemacht werden. "Wir glauben, dass sich das in den nächsten zehn Jahren auf 20 Prozent verdoppeln wird, vielleicht sogar ein Stück weit mehr." Die Zahl der Paketshops soll deswegen auf etwa 55.500 steigen - von derzeit 35.500. Dass man schon mehr als 1000 Zusagen von Betreibern habe, zeige, dass das Angebot der Post attraktiv ist.

Fünf Thesen: Wie die Welt zum Shopping-Center wird

These 1: Wer wartet, ist schon tot

Ladenbesitzer machen zunehmend mobil und mischen sich per Handy ein in Zeitbudgets und Tagesabläufe ihrer Kunden. Via rasch wachsenden Internet-Rabattdiensten wie „Groupon“ locken sie preissensible Käufer mit Schnäppchenangeboten wieder in die Läden. Besonders ausgeklügelte mobile Dienste stimmen die Lockangebote dabei zeitlich exakt mit schwach frequentierten Öffnungszeiten ab.

These 2: Der Laden wird anklickbar

Produkte und Sortimente im Laden werden mit Zusatzinfos wie z.B. Herkunftshinweisen aus der virtuellen Welt angereichert. Die greifbare Ladenwelt vermischt sich mit digitalen Dienste. Damit einher gehen neue „Augmented Reality“ Anwendungen: Dank der virtuellen Anprobe die von Modeketten wie „Topshop“ getestet wird, könnte das mühsame Umziehen in engen Umkleidekabinen bald überflüssig werden. Wer das Serviceerlebnis für seine Kunden im Laden nicht optimiert, hat ein Problem.

These 3: Was digitalisiert werden kann, wird wegdigitalisiert

Ausgerüstet mit einem 3D-Drucker können Konsumenten bald selber zum „Digital Fabricator“ werden und Gegenstände wie Becher, Socken und Teller selber produzieren und „ausdrucken“ – kein schöner Ausblick für Shopbesitzer. Es sei denn, sie richten eine 3D-Werkstatt ein und lassen ihre Kunden mit individuellen Entwürfen an der Fabrikation der gewünschten Ware teilhaben, statt fertige Produkte zu verkaufen.

These 4: Die Welt verwandelt sich in eine Verkaufsfläche

Die Welt selber wird zunehmend zu einem einzigen großen Shopping-Center. Etwa, wenn Konsumenten irgendeinen Artikel im Schaufenster anklicken, via Barcode einscannen und kaufen können. Mit der „ScanLife“ Technologie geht das via QR-Code schon heute – unabhängig von Öffnungszeiten. Doch es naht ein Gegentrend: Gewisse Dinge werden limitiert und mit Exklusivität belegt – und das wird Begehrlichkeiten wecken.

These 5: Jeder ist nur ein Händler auf Zeit

Wenn Händler bisher von der Bildfläche verschwanden, hatte dies meist mit Konkurs, einer Übernahme oder Geschäftsaufgabe zu tun. Künftig verschwinden sie, weil die Generation mit dem mobilen Internet in der Hosentasche sie in ihrer Funktion als Lagerraum und Ort des Abverkaufs schlichtweg nicht mehr braucht. Für den heutigen Händler heißt das: Kein Laden – ob on- oder offline – wird mehr für die Ewigkeit gebaut. Das verdeutlicht schon die wachsende Zahl der temporär installierten Pop-Up-Stores.

Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

Das Konzept zielt darauf ab, dass Paketkunden bei der Abgabe ihrer Pakete, Päckchen oder Rücksendungen auch andere Produkte in den Partnerfilialen kaufen. Ein Laden werde attraktiver, wenn man dort Dienstleistungen der Post in Anspruch nehmen könne, betonte Gerdes. Der Anteil der Partnerunternehmen, die aus der Zusammenarbeit wieder aussteigen, ist laut der Post extrem gering.

Die Kosten der Expansion bei den Annahmestellen bezifferte der Manager auf unter 30 Millionen Euro. Insgesamt investiert die Post in den Ausbau ihres Paketnetzes zwischen 2011 und 2014 rund 750 Millionen Euro.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

26.06.2013, 13:50 Uhr

Und alles nur schlecht bezahlte Billignebenjobs...

Nachwuchs

26.06.2013, 18:36 Uhr

Bedeutet dies: Mehr sozialversicherungspflichtige, normal bezahlte Jobs oder nur "Subunternehmer" die wieder nur Steuergelder erhalten, da Sklavenlöhne a la Bangladesh?

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