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14.05.2012

17:05 Uhr

28. Geburtstag des Facebook-Gründers

Wird Mark Zuckerbergs Vision zum Alptraum der Anleger?

VonThorsten Giersch

Heute feiert Mark Zuckerberg seinen 28. Geburtstag. Früher war der Facebook-Gründer rotzfrech, nun kann er bestens mit US-Präsident Obama. Doch wie viel Kalkül steckt dahinter? Ist es Fassade oder echter Imagewechsel?

Mark Zuckerberg trifft US-Präsident Barack Obama. AFP

Mark Zuckerberg trifft US-Präsident Barack Obama.

San Francisco/Düsseldorf„Sehr stolz“ war US-Präsident Barack Obama als Mark Zuckerberg ihn besuchte. Und zwar darauf, den Facebook-Gründer dazu gebracht zu haben, eine Krawatte zu tragen. Ähnlich schick hat sich Zuckerberg bei seinem Besuch des inzwischen abgewählten französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy gemacht.

Die Bilder gingen um die Welt und auch die Message kam vor dem Börsengang Facebooks so rüber, wie Zuckerberg es wollte: Seht her, ich kann auch so richtig seriös sein. Und vor allem: Seht her, selbst die Mächtigen vertrauen mir, also könnt ihr es auch.

Doch hat sich Zuckerberg tatsächlich derartig gewandelt oder ist es eher eine Scharade? Was dürfen die baldigen Aktionäre erwarten? Einen Mark Zuckerberg, der sich zurücknehmen kann, sich etwas sagen lässt von den Besitzern des sozialen Netzwerkes?

Die zahlreichen Biografen des seit heute 28-Jährige kommen zu demselben Ergebnis: Wenn Mark Zuckerberg eines hasst, dann sind es Autoritäten. Wenn es um sein Unternehmen geht, kennt der Facebook-Gründer keine Verwandten. Das Motto ist einfach und hat bisher wunderbar funktioniert: Ich bin der Boss, Arschloch.

Doch so kann sich Zuckerberg jetzt natürlich nicht mehr verhalten. Kein Aktionär lässt die Friss-Oder-Stirb-Methode über sich ergehen. Aktionäre haben Autorität, sie können ihm hineinreden. Umso mehr stellt sich in diesen Tagen die Frage: Wie tickt Zuckerberg wirklich?

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Eines beunruhigt viele Finanzprofis: Zuckerberg geht es nicht ums Geld. Das macht ihn ein Stück weit unberechenbarer als die Leute, mit denen sie sonst den ganzen Tag zu tun haben. Und der zweite Unterschied ist noch schlimmer für sie: Zuckerberg hat eine Vision.

Und Menschen mit Visionen machen die Finanzbranche generell nervös, allein schon wegen ihres irrationalen Verhaltens. Zuckerberg will „die Welt zu einem öffentlichen Ort machen“. Er glaubt fest daran, dass die Welt eine bessere ist, wenn die Menschen ihre Identität in einem sozialen Netzwerk offenlegen. Sie würden angesichts dieser Transparenz verantwortungsbewusster handeln und sich Freunden gegenüber „konsistenter zeigen“, wie Biograf David Kirckpatrick schreibt. Dass der Weg dort eine Zeit lang mit Opfern der fehlenden Privatsphäre gepflastert ist, nimmt Zuckerberg notgedrungen in Kauf.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

14.05.2012, 17:53 Uhr

Obama und Zuckermann? Gefehlt haben eigentlich nur noch Bernanke, Yellen und Draghi. Aber Candy Man hat Recht - nimm die Idioten der Welt aus und bestrafe sie. Die anderen Beteiligten verfolgen doch einen aehnlichen Kurs - oder?

Metternich

14.05.2012, 18:49 Uhr

Facebook, der Inbegriff der Blase.

Lebemann

14.05.2012, 18:50 Uhr

Haben die Leute nichts von den damaligen Internetblasen gelernt, die nach und nach zerplatzt sind? Auch in diesem Fall wird Facebook gepusht, die Aktien in hohen Stückzahlen vertickert und sobald der Kurs durch eine inszenierte Nachfrage künstlich hochgepeitscht wurde, ebenso schnell wieder abgestoßen. Die naiven Kleinaktionäre, denen man rät, die Aktien langfristig zu halten, werden nur noch dabei zuschauen, wie der Kurs Jahr für Jahr in Richtung Keller geht. Wie damals, bei Yahoo und allen anderen „Raketen“, die als Rohrkrepierer abgestützt sind.

Yahoo (Höchstwert Anfang 2000): 119,55 Euro
Yahoo (Wert vom 24. April 2012): 11,67 Euro

Na, wenn das kein tolles Geschäft ist. Niemand muss Hirn besitzen, um zu sehen, dass sich diese Masche auch bei Facebook wiederholen wird. Wie bei einem Schneeballsystem: Verdienen werden nur die, die von ganz oben auf der Pyramide stehen und von dort ihr Spiel beginnen. Die Dummen, die weiter unten stehen, werden ihr Geld verlieren, weil sie nicht den vereinbarten Zeitpunkt von oben kennen, um rechtzeitig das Spiel zu beenden – die Kleinanleger.

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