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05.01.2011

14:36 Uhr

50 Millionen Euro

Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky verhaftet

Seit Montag hat die Münchener Staatsanwaltschaft fieberhaft an dem Fall Gerhard Gribkowsky gearbeitet. Heute wurde der frühere BayernLB-Vorstand verhaftet. Der Manager war wegen der ungeklärten Herkunft seines 50-Millionen-Dollar-Vermögens in das Visier der Ermittler geraten. Derweil soll die Bank nach dem Wunsch der Strafverfolger nicht mehr selbst ermitteln.

Gerhard Gribkowsky ist in Haft. dpa

Gerhard Gribkowsky ist in Haft.

HB MÜNCHEN. Der frühere Risikovorstand der Bayerischen Landesbank Gerhard Gribkowsky ist wegen des Verdachts der Bestechlichkeit verhaftet worden. „Das Amtsgericht München hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I Haftbefehl erlassen, da der dringende Verdacht besteht, dass sich der Beschuldigte der Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr, der Untreue und der Steuerhinterziehung schuldig gemacht hat“, teilten die Strafverfolger am Mittwoch mit.

Nach dem Stand Ermittlungen habe der Manager im Zuge des Verkaufs der Formel-1-Vermarktungsrechte der BayernLB an den britischen Finanzinvestor CVC im Jahr 2006 „für sein Entgegenkommen“ getarnt über zwei Beraterverträge insgesamt 50 Millionen Dollar erhalten. Die Summe sei an zwei Firmen in Österreich geflossen, die von Gribkowsky gegründet worden waren. Diese Einnahmen habe er zudem gesetzeswidrig in Deutschland nicht versteuert.

Die Staatsanwaltschaft München hatte zum Jahreswechsel Vorermittlungen gegen Gribkowsky aufgenommen, nachdem er sich dort zu einem Stiftungsvermögen in Österreich erklärt hatte.

Nach der Verhaftung Gribkowsky will dei BayernLB zunächst keine eigenen Untersuchungen in dem Fall mehr unternehmen. Die Staatsanwaltschaft habe die Landesbank aufgefordert, „auf jegliche eigene Ermittlungstätigkeiten bis auf weiteres zu verzichten“, sagte ein Sprecher der Bank. Die Ermittler hätte darüber auch das bayerische Finanzministerium informiert. Dies geschehe, um die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht zu gefährden, habe die Behörde als Grund für die Forderung genannt.

Gribkwosky war von 2003 bis Frühjahr 2008 im Vorstand des skandalgebeutelten Kreditinstituts und verhandelte 2005 auch den Verkauf der Formel-1-Rechte. Die Rechte waren der Landesbank nach der Pleite des Medienkonzerns Leo Kirch zugefallen.

Gribkowsky steht neben anderen Topmanagern der Bank auch wegen des umstrittenen Kaufs der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) im Visier der Strafverfolger. Gribkowsky schweigt bislang zu den Anschuldigungen, sein österreichischer Anwalt war am Mittwoch zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch die BayernLB wollte sich zu dem Vorgang zunächst nicht äußern.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprach gestern von einem „Rückschlag“ und drängte zur Eile. Der Vorgang müsse „so schnell wie möglich“ aufgeklärt werden und sei betrüblich, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) hält es für möglich, das Vermögen Gribkowskys für Schadenersatzzahlungen wegen des Debakels um die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) heranzuziehen.

Kommentare (7)

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halloaberauch

05.01.2011, 16:17 Uhr

Die Verhaftun ist nur eine beruhigungspille für das dumme Volk. ich höre das OH, AH un d SOSO an den Stammtischen bayerischer Wirtshäuser. Aber seine Anwälte werden ihn bald wieder draußen haben. So ein aalglatter Finanzmogul rutsch doch jedem Staatsanwalt über lang oder kurz durch die Finger.

keeper

05.01.2011, 17:22 Uhr

was man anfängt, soll man auch zu Ende bringen...

... und gleich alle jene mit einsperren,
welche -in Anbetracht dicker Provisionen und boni- das ihnen anvertraute Geld für den Erwerb immobiliengesicherter Schrottpapiere in die Defizitländer transferiert haben.

Tripple-A hin oder her: so blauäugig oder dumm waren (und sind) diese bankster nicht - diese Mischpoke ist einfach nur gierig!

Wegen Untreue ab in den Knast - und den ganzen Clan natürlich enteignen...

Klappe zu - Affe tot.

Mark Winter

05.01.2011, 19:00 Uhr

Eigenartig das der Vorstand über so große Millionenbeträge nicht im bilde war? Hier wird "verschleiert bis zum geht nicht mehr".Jede "kleine Klitsche" wäre schon längst hochgenommen worden und die Geschäftführung hinter Gitter gebracht.Aber der "CSU Filz" zieht sich wie eine Krake durch alle Schichten.Aber auch hier wird es wieder keine Konsequenzen mit sich ziehen.Sehr zum Nachteil der bürger!

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