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10.05.2013

12:43 Uhr

90-Prozent-Hürde abschaffen

Großaktionär will Rhön-Übernahme ermöglichen

Im vergangenen Jahr wollte Fresenius die Rhön-Klinikum AG übernehmen – und scheiterte an der 90-Prozent-Hürde. Das soll nicht noch einmal passieren: Der Rhön-Großaktionär Alecta will die Regelung abschaffen.

Der Schriftzug der Rhön-Klinikum AG: Der letzte Übernahmeversuch scheiterte. dpa

Der Schriftzug der Rhön-Klinikum AG: Der letzte Übernahmeversuch scheiterte.

FrankfurtEin Großaktionär von Rhön-Klinikum will den Weg für eine Übernahme der fränkischen Klinikkette frei machen. Der schwedische Pensionsfonds Alecta möchte die in der Rhön-Satzung festgeschriebene Hürde von mehr als 90 Prozent für wichtige Entscheidungen abschaffen. Diese Klausel schränke die Entwicklungsmöglichkeit des Unternehmens ein, erklärte Alecta am Mittwoch in einem Ergänzungsantrag für die Hauptversammlung am 12. Juni. "Es sollte deshalb im Interesse aller Aktionäre liegen, diese Regelung aus der Satzung der Rhön-Klinikum AG zu streichen." Die Klausel sei "nicht mehr zeitgemäß und unüblich für vergleichbare Unternehmen in Deutschland".

An der 90-Prozent-Hürde war im vergangenen Jahr die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme von Rhön-Klinikum durch den Gesundheitskonzern Fresenius gescheitert. Rhön-Gründer Eugen Münch, der 12,5 Prozent an dem Unternehmen hält, sieht den Vorstoß von Alecta positiv. "Dieser Antrag ist es wert, bedacht zu werden", machte er Reuters gegenüber deutlich. Auch die neue Führungsspitze des Unternehmens signalisierte Unterstützung. "Der Vorstand hat den Antrag zur Kenntnis genommen und hält diesen für schlüssig begründet."

Die Volkskrankheiten der Deutschen

Wirtschaftlicher Schaden

Volkskrankheiten haben nicht nur gesundheitliche sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen. Allein im Jahre 2010 waren die Bundesbürger 17,6 Tage im Durchschnitt krankgeschrieben.

Todesursachen

Volkskrankheiten führen nicht zwangsläufig zum Tode. Deshalb ist es wichtig, zwischen Krankheiten und Todesursachen zu unterscheiden. Zu den häufigsten Todesursachen zählen in Deutschland der Herzinfarkt und der Schlaganfall. 42 Prozent der Bundesbürger waren hiervon betroffen.

Krebs

Zu den zweithäufigsten Todesursachen zählt das Krebsleiden mit 35 Prozent. Frauen versterben neben Krebserkrankungen der Verdauungsorgane nicht selten an Brustkrebs. der Darm-und Lungenkrebs ist die häufigste Todesursache bei den männlichen Bundesbürgern.

Depression

Zu den häufigsten Erkrankungen gehört die Depression. Sie belegt den vierten Platz in der Rangliste mit 9,4 Prozent. Unter Depressionen sind unterschiedliche Erkrankungen zu fassen wie beispielsweise Angstzustände.

Burn-out

Unter den Begriff der Depressionen fällt auch das Krankheitsbild des Burn-out Syndroms. Betroffene sind meist körperlich, geistig und emotional erschöpft. Grund für diesen Zustand sind Stress oder berufliche Überbelastung.

Eu-weit belaufen sich die volkswirtschaftlichen Folgekosten auf 20 Milliarden Euro jährlich.

Atemwege

Platz 3 belegen die Atemwegserkrankungen mit 18 Prozent. Mediziner unterscheiden zwischen den oberen und unteren Atemwegen. Zu den Erkrankungen der oberen Atemwege gehören Krankheiten der Nasennebenhöhlen und Kieferhöhlenentzündungen. Die Bronchitis hingegen wird zu den Krankheiten der unteren Atemwege gezählt.

Übergewicht

Gemeinsam mit den Atemwegserkrankungen ist die Fettstoffwechselstörung die dritthäufigste Krankheitsursache in Deutschland. Eine Störung des Stoffwechsels ist das Übergewicht, das auf falsche Ernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen ist. Laut des Europäischen Statistikamts sind 60 Prozent der Deutschen übergewichtig.

Diabetes

Eine weitere Fettstoffwechselstörung ist die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Dabei wird zwischen Typ 1 und Typ 2 unterschieden. Typ 2 ist auf das Übergewicht zurückzuführen.

Rückenschmerzen

Mit 24,1 Prozent sind die Rückenschmerzen das zweithäufigste Volksleiden der Deutschen. Diese Zahl schlägt sich auch in den Krankheitstagen nieder. 13 Tage lässt sich der Bundesbürger wegen dieser Erkrankung krankschreiben.

Bluthochdruck

25,7 Prozent der deutschen Bundesbürger leiden an Bluthochdruck. Damit belegt diese Erkrankung den ersten Platz. Die Ursachen sind vielfältiger Natur. Außer der genetischen Veranlagung spielen Stress, Bewegungsmangel und ein überhöhter Alkoholkonsum eine wesentliche Rolle. Wird die Erkrankung nicht behandelt, drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

An der Börse keimte nach dem Vorstoß von Alecta neue Hoffnung auf eine Übernahme von Rhön auf. Die Aktien der Klinikkette legten rund drei Prozent zu und zählten damit zu den größten Gewinnern im MDax. Für die Schweden, die knapp zehn Prozent an Rhön halten, dürfte es allerdings schwer werden, auf der Hauptversammlung genug Unterstützung für ihren Plan zu erhalten - für eine Satzungsänderung sind bei den Franken nämlich ebenfalls mehr als 90 Prozent Zustimmung nötig.

Der Konkurrent Asklepios, der 2012 mit über fünf Prozent bei Rhön eingestiegen war und damit die Übernahme des Konzerns durch Fresenius verhindert hatte, wollte sich zunächst nicht dazu äußern, wie er zu dem Vorstoß von Alecta steht. Aus Sicht von Branchenexperten ist es aber extrem unwahrscheinlich, dass die Firma den Antrag unterstützt.

Asklepios-Eigner Bernard Broermann, der Branchenkreisen zufolge die Entstehung eines übermächtigen Konkurrenten in Deutschland verhindern will, hat kürzlich vom Kartellamt grünes Licht bekommen, seinen Anteil an Rhön auf über zehn Prozent aufzustocken. Broermann hat diese Hürde zwar noch nicht übersprungen. Da auf der Hauptversammlung nie alle Aktionäre anwesend sind, würde ihm vermutlich aber auch ein geringerer Anteil genügend, um den Antrag abzuschmettern.

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