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28.02.2013

21:02 Uhr

ACS

Hochtief-Mutter mit großen Verlusten

Nach einem schmalen Gewinn im Vorjahr fährt das spanische Bauunternehmen einen ansehnlichen Verlust ein. Die gute Nachricht: Das Unternehmen konnte seinen ebenso ansehnlichen Schuldenberg beinahe halbieren.

Die zentrale der spanischen Hochtief-Mutter ACS in Madrid. dpa

Die zentrale der spanischen Hochtief-Mutter ACS in Madrid.

Madrid/EssenDas spanische Bauunternehmen ACS, die Muttergesellschaft des Essener Hochtief-Konzerns, hat im vorigen Jahr starke Verluste erlitten, den Schuldenberg aber fast um die Hälfte abgebaut.

Wie die ACS-Gruppe am Donnerstagabend in ihrer Jahresbilanz in Madrid mitteilte, verzeichnete der Konzern 2012 Nettoverluste von 1,93 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte er noch einen Gewinn von 0,96 Milliarden Euro erwirtschaftet.

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Das Unternehmen führte die Verluste auf Sonderfaktoren wie den verlustreichen Verkauf eines Kapitalanteils von zwölf Prozent am Energieunternehmen Iberdrola zurück. Bei Ausschaltung aller Sonderfaktoren 2011 und 2012 kam ACS nach eigenen Angaben im vorigen Jahr auf einen Nettogewinn von 705 Millionen Euro, 9,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Der Schuldenberg sei 2012 um fast 47 Prozent auf 4,95 Milliarden Euro abgebaut worden, heißt es in dem Bericht. Darin seien auch 1,16 Milliarden Euro Schulden von Hochtief enthalten. Der Umsatz sei um 35 Prozent auf 38,4 Milliarden Euro gestiegen. Die hohe Steigerungsrate gehe auf die Eingliederung von Hochtief zurück. Berechne man den Hochtief-Umsatz auch im Jahr 2011 mit, sei der Umsatz um 4,1 Prozent gestiegen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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der_Mahner

01.03.2013, 09:12 Uhr

Prognose vom Stammtisch (seit Aufkommen der Übernahme von Hochtief"
Aufspaltung Hochtief in Ertragreiche und Verlustreiche Sparten. (wird gerade mit dem Argument der Neuausrichtung vorbereitet). Die profitablen Töchter werden mit Verkäufen und weiteren internen Darlehen den Hochverschuldeten Mutterkonzern ACS sanieren.
Den Schrott und die Arbeitslosen erhält der dt. Steuerzahler. Ach die Mrd. Verluste aus den Darlehen gibts gratis dazu.
Eines muss man en Spaniern lassen. "Sie haben Verstanden"
Ronaldo und Co werden dem dt. Michel sicherlich ebenfalls dankbar sein. Da Fussball in Spanien nationales Kulturgut ist es es den Spitzenclubs wie Real von höchster Stelle verwehrt Steuern zu bezahlen. 100 Mill. Schulden dürfen Sie gerne machen.
Schönes Beispiel auch hier die Doku auf Arte "Staatsgeheimnis Bankenrettung". Schön auch wenn man mal persönlich vor Ort in Spanien war. Man kommt aus dem Staunen wirklich nicht mehr raus.

Gewußt hat es in der dt. Politik natürlich wieder keiner.

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