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10.01.2006

09:35 Uhr

Adecco

Alles ohne Abitur

VonMaike Telgehder

Dominik de Daniel hat es ohne Uni-Studium weit gebracht: Wenn mit der gestern bekannt gegebenen Übernahme durch Adecco alles so läuft, wie geplant, wird der 30-Jährige im Frühjahr das Finanzressort von Adecco führen.

FRANKFURT. Er wirkt auf den ersten Blick eher wie ein frisch gebackener Juniorberater, wenn er die Power-Point-Charts bei Presse- und Analystenkonferenzen an die Wand wirft. Dabei hat Dominik de Daniel schon drei Jahre als Finanzchef bei Deutschlands fünftgrößtem Zeitarbeitsunternehmen DIS Deutsche Industrie Service AG hinter sich. Und wenn mit der gestern bekannt gegebenen Übernahme durch Adecco alles so läuft, wie geplant, wird der 30-Jährige de Daniel im Frühjahr das Finanzressort von Adecco, dem weltgrößten Zeitarbeitsunternehmen, führen.

Eine Aufgabe, „auf die ich mich natürlich freue“, wie er gestern Morgen gegenüber Analysten sagte. Gestern Nachmittag bei der offiziellen Pressekonferenz, wirkte er allerdings geradezu schüchtern, wie er so im braunen Nadelstreifenanzug mit gefalteten Händen dasaß, als Adecco-Chef Klaus Jacobs den nächsten großen Karriereschritt für den Banker ohne Abitur verkündete, der mit 27 Jahren jüngster Finanzchef unter Deutschlands S-Dax-Unternehmen wurde.

Der Werdegang de Daniels beginnt Mitte der 80er mit einer Lehre in einer Filiale der Deutschen Bank in Lörrach. Da wird er in ein exklusives Förderprogramm der Bank aufgenommen. Zwei Jahre später wechselt er ins Investment-Banking. Mit 23 Jahren ist er bereits Senior Analyst für Zeitarbeitsunternehmen und Konsumgüterhersteller.

Da fällt er dem DIS-Firmengründer und damaligen Vorstandschef, Dieter Paulmann, auf, „weil er immer so feinsinnige Fragen über die Zeitarbeit stellte“, wie Paulmann einmal über ihn sagte.

Im Frühjahr 2000 wird de Daniel mit 24 Jahren Leiter der Investor Relations. Und überrascht die erfolgsverwöhnten Vertriebsmanager auf einer Führungskräftetagung mit der Aussage, dass es mit dem Boom in der Zeitarbeit erst einmal vorbei sei. Sein stetes Mahnen, unterlegt mit zahlreichen Analysen, wird gehört, die DIS AG senkt ihre Kosten, während die Konkurrenz zum Teil noch kräftig expandiert.

Und er steigt zum Finanzvorstand auf. Er strukturiert die Finanzorganisation um und führt ein neues Kennzahlensystem ein, um den Unternehmenserfolg zu messen. „Sehr kommunikativ und sehr kompetent“, beschreibt ihn Sebastian Künne, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Seit dem beginnenden Aufschwung in der Branche 2004 legt die DIS AG immer neue Rekordzahlen vor.

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