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14.04.2015

20:54 Uhr

Ärger um Arbeitszeitverkürzung

Streit zwischen Verdi und Post droht zu eskalieren

Verdi nennt es Vertragsbruch und fordert kürzere Arbeitszeiten als Ausgleich, die Post hält den Umbau des Paketgeschäftes und Kosteneinsparungen für unausweichlich. Im Tarifkonflikt droht die nächste Eskalation.

Der erbitterte Tarifstreit zwischen Verdi und der Deutschen Post geht weiter. dpa

Zusteller auf den Barrikaden

Der erbitterte Tarifstreit zwischen Verdi und der Deutschen Post geht weiter.

Berlin/BonnIm Tarifstreit zwischen Deutscher Post und Verdi um eine kürzere Wochenarbeitszeit für 140.000 Beschäftigte in der Brief- und Paketsparte ist eine Lösung nicht in Sicht. Arbeitgeber und Gewerkschaften wollten am Dienstag in Berlin in der zweiten Verhandlungsrunde Möglichkeiten zu Kompromissen ausloten. Bis zum Abend gab es aber keine Bewegung. Die Parteien lägen nach wie vor weit auseinander, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Verdi hatte im Vorfeld der zweiten Tarifrunde ein verhandlungsfähiges Angebot angemahnt und kurz vor Ostern mit Warnstreiks von Brief- und Paketzustellern Druck gemacht. Die Gewerkschaft fordert eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeiten auf 36 Wochenstunden mit vollem Lohnausgleich. Hintergrund ist der Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung und Auslagerung von Jobs in Tochterfirmen mit niedrigem Lohnniveau.

Die Gewerkschaft sieht in dem Vorgehen des Managements einen Bruch bestehender tariflicher Vereinbarungen über das Verbot der Fremdvergabe im Paketgeschäft. Als Entschädigung dafür verlangt sie für alle Tarifbeschäftigen eine Verkürzung der Wochenarbeitszeiten von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich.

Die Post weist die Vorwürfe zurück und verspricht, in den neuen Gesellschaften, in welchen bereits mehr als 5000 Menschen arbeiten, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Davon sollen vor allem befristet Beschäftigte profitieren.

Die Personalchefin des Unternehmens, Melanie Kreis, hatte sich unlängst in einem Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ zuversichtlich gezeigt, dass eine Lösung gefunden werde. Die Post habe aber ein strukturelles Problem - den hohen Personalaufwand des Unternehmens.

In der ersten Runde hatte die Post einen Vorschlag präsentiert, der zum Teil über die gewerkschaftlichen Forderungen hinausgeht. Allerdings wurde die entscheidende Frage des Lohnausgleichs ausgeklammert. Hierüber möchte das Management erst bei den noch anstehenden Verhandlungen über den Post-Haustarif zu den Gehältern sprechen.

Von

dpa

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